Mo, 18. Dezember 2017

Deal geplatzt

06.08.2015 12:16

Keine französischen Kriegsschiffe für Russland

Seit Ausbruch der Ukraine-Krise ist der Deal unter keinem guten Stern gestanden, nun ist es endgültig fix: Russland erhält keine französischen Mistral-Kriegsschiffe. Frankreichs Staatschef Francois Hollande und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin hätten in einem Telefonat die Auflösung des Vertrags zu dem Rüstungsgeschäft bestätigt, teilte die französische Präsidentschaft am Mittwochabend mit.

Hollande und Putin hätten festgehalten, dass die Angelegenheit mit der Einigung erledigt sei, erklärte der Elysee-Palast. Russland hatte die beiden Hubschrauberträger der Mistral-Klasse im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro im Juni 2011 bestellt. Die Lieferung des ersten Schiffs "Wladiwostok" war für den vergangenen Herbst vorgesehen gewesen, die "Sewastopol" sollte dieses Jahr folgen. Wegen des russischen Vorgehens in der Ukraine wurde die Lieferung aber auf Eis gelegt. Der Streit um die Bedingungen der Auflösung des Rüstungsvertrags belastete die Beziehungen beider Länder seit Monaten.

Paris muss Vorauszahlungen an Moskau rückerstatten
Nun muss Frankreich Russland alle geleisteten Vorauszahlungen zurückzahlen, aber keine Beträge darüber hinaus. Im Gegenzug darf Frankreich als Besitzer der beiden Kriegsschiffe frei über diese verfügen. Laut Paris hätten auch schon "zahlreiche Länder" Interesse an den Hubschrauberträger bekundet. Genauere Angaben zu den Interessenten machte Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian am Donnerstag nicht.

Der russischen Tageszeitung "Kommersant" zufolge sollen China und Indien als potenzielle Abnehmer gelten. Der Direktor des Moskauer Zentrums zur Analyse des weltweiten Waffenhandels, Igor Korotschenko, zweifelt daran. "Frankreich wird die Schiffe kaum jemandem verkaufen können, weil sie für russische Anforderungen projektiert wurden", meinte er.

Mistral-Klasse: Frankreichs modernste und größte Kriegsschiffe
Die Schiffe der Mistral-Klasse sind die größten französischen Kriegsschiffe nach dem Flugzeugträger "Charles de Gaulle". Sie können unter anderem mehrere Landungsboote, 16 Hubschrauber, 13 Panzer und 450 Soldaten unterbringen. Ihre Lieferung an Russland stieß bereits vor der Ukraine-Krise auf Vorbehalte bei osteuropäischen Ländern, die befürchteten, Russland könnte damit Landeoperationen vornehmen.

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