Mi, 23. Mai 2018

Blau oder nicht?

12.04.2015 21:23

Alk am Steuer: Kuriose Ausreden der Lenker

Ein 45-jähriger Keutschacher versteht die Welt nicht mehr. Er hat wegen Alkohols am Steuer seinen Führerschein verloren – obwohl er gar nicht gefahren sei, was zwei Zeugen auch brav bestätigen. Die Bezirkshauptmannschaft glaubt die Version trotzdem nicht: Zu kurios sind da oft die Geschichten, die aufgetischt werden, um den Schein doch behalten zu können!

Etwa 450 Führerscheinentzugsverfahren laufen allein bei der für Klagenfurt-Land zuständigen Bezirkshauptmannschaft jährlich über den Tisch. „Das meiste betrifft Alkoholdelikte, viele aber mittlerweile auch schon Senioren, die durch eine gefährliche Fahrweise auffallen“, berichtet der zuständige Bereichsleiter Manfred Juvan.

Was die Senioren anlangt, ist die Überprüfung der Verkehrszuverlässigkeit einfach: Sie werden im Zweifelsfall zu „Beobachtungsfahrten“ verdonnert, wo man sich ein Bild über Fahrstil und Lenkereignung macht. Juvan: „Wir sind aber nicht nur die Bösen, die Scheine wegnehmen wollen. Einmal konnten wir einem Herren, der sehr schlecht sah, zu einer Augen-Operation verhelfen, durch die er wieder mobil war!“

Bei Alkolenkern menschelt’s da weniger. „Die Ausreden sind oft sehr kurios. Einmal saßen zwei Betrunkene auf der Rückbank und sagten, der da vorne ist gefahren“, berichtet Juvan. Vorne war aber niemand – und da wegen eines Führerscheinentzugs keine DNA-Spur eingeholt wird, verlief dieser Fall letztlich im Sand.

Bis zum Verwaltungsgerichtshof wird dagegen wohl der Akt eines Keutschachers wandern, dessen Auto einem Wachdienst-Mitarbeiter auffiel, der der Polizei Schlangenlinien und drei Unfallsituationen meldete. Bis die Beamten vor Ort waren, war niemand mehr im Wagen, der Besitzer stand aber angeheitert daneben.

Für die Behörde reicht das schon, um den Schein für sechs Monate zu entziehen, auch wenn zwei Zeugen beteuern, der 45-Jährige sei keinesfalls selbst gefahren, sondern ein völlig nüchterner Bekannter. „Falsche Zeugenaussagen werden der Staatsanwaltschaft gemeldet“, warnt Juvan. „Ich werde um mein Recht kämpfen“, hofft der Keutschacher auf die nächste Instanz.

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