So, 19. November 2017

Angehörige bangen

20.03.2015 08:28

Pilot in US-Haft hofft weiter auf seine Freiheit

Seit 66 Tagen sitzt Helikopter-Pilot Kurt Engl (29) aus Ebensee – wie berichtet – in Honolulu (Hawaii) in Haft, hoffte bei einer Anhörung gestern, Donnerstag, gegen Kaution wieder freizukommen. Seine Angehörigen warten allerdings noch fieberhaft auf Nachricht, da die Zeitdifferenz zum Inselparadies elf Stunden beträgt.

Dem Ebenseer wurde trotz Visum die Einreise in die USA verwehrt. Er wollte via Honolulu zur amerikanisch verwalteten Pazifikinsel Guam reisen, wo er als Helikopter-Pilot Fischfangflotten in internationalen Gewässern begleitet, um von der Luft aus Thunfischschwärme zu orten. "In Guam hat die Firma, für die er arbeitet, den Firmensitz", weiß Kurt Engl senior (65), der Vater des Inhaftierten, ein pensionierter Gendarm.

Für die Reise zu den Inseln hat Kurt Engl junior ein spezielles Visum, das ihn berechtigt, sich 27 Tage auf amerikanischem Boden aufzuhalten – doch nach insgesamt vier Reisen wurde dieses plötzlich nicht mehr anerkannt. Am Flughafen von Honolulu wurde ihm die Ausweisung angedroht. Wäre der Oberösterreicher freiwillig nach Hause gereist, wäre er für fünf Jahre für ein US-Visum gesperrt worden, wäre er deportiert worden, hätte das gar eine zehnjährige Sperre zur Folge. Deshalb suchte er um Asyl an, wies dabei auf die Gefahr von IS-Terroranschlägen in Europa hin.

Verletzung der Menschenrechte
Daraufhin wurde er am Flughafen verhaftet, bis über den Asylantrag entschieden ist. "Ich hätte  nur 48 Stunden festgehalten werden dürfen, weil ich ja nichts verbrochen habe – doch die erste Anhörung gab es erst nach drei Wochen. Jetzt bin ich immer noch in Haft. Fragt bitte bei der UNO nach, weil das hier mit mir sicher eine Verletzung der Menschenrechte darstellt", bat Kurt Engl jun. seinen Vater per Mail um Hilfe.
Dieser kritisiert, dass es auch von Seiten des zuständigen österreichischen Konsulats in Los Angeles praktisch keine Hilfe gab.

Kronen Zeitung, Johann Haginger

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