Do, 14. Dezember 2017

Wirkt auf Gene

23.12.2013 21:00

Studie: Testosteron beeinflusst Grippe-Impfungen

Warum Frauen und Männer auf einige Impfungen unterschiedlich - sowohl in Bezug auf Wirksamkeit als auch auf Nebenwirkungen - reagieren, wollen US-Forscher in einer neuen Studie herausgefunden haben. Grund soll demnach das männliche Geschlechtshormon Testosteron sein, das die Aktivität gewisser Gene beeinflusst.

Ein Team um Mark Davis von der Stanford-Universität in Kalifornien untersuchte für die Studie die Reaktionen von 53 Frauen und 34 Männern unterschiedlichen Alters auf die üblichen Grippe-Impfungen. Auf diese reagierte das Immunsystem von Frauen stärker als das von Männern, berichten die Forscher.

Bereits frühere Studien hatten gezeigt, dass sowohl die Wirksamkeit als auch die Nebenwirkungen von Impfungen bei Frauen und Männern unterschiedlich ausfallen können. Dabei waren zum Beispiel Vakzine (Impfstoffe) gegen Influenza, Gelbfieber, Masern und Mumps untersucht worden.

Frauen produzieren mehr Antikörper
Der neuen Studie zufolge produzierten die Frauen als Reaktion auf die Grippe-Impfung mehr Antikörper und auch mehr sogenannte Zytokine (das sind Proteine, die das Wachstum und die Differenzierung von Zellen regulieren, Anm.) Am ausgeprägtesten waren die Unterschiede beim Impfstoff gegen den Grippe-Erreger A(H3N2).

Die unterschiedliche Reaktion konnten die Forscher auf eine Gruppe von Genen zurückzuführen, die mit dem Fettstoffwechsel zu tun hat, aber auch bekannt dafür ist, an einer verminderten Immunantwort beteiligt zu sein. Diese Gene reagieren verstärkt auf das männliche Sexualhormon Testosteron, wie die Autoren in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften berichten.

Mehr Testosteron - schwächere Immunantwort
Dazu passe, dass in den Versuchen Männern mit erhöhtem Testosteronspiegel eine schwächere Immunantwort auf die Grippe-Impfungen zeigten. Frauen hätten allgemein eine stärkere Reaktion als Männer, aber die Ursache sei bisher unklar gewesen, schreiben die Forscher.

Testosteron als Immundämpfer bei Männern könnte in der Entwicklungsgeschichte eventuell Vorteile geboten haben, spekuliert Davis: Es könnte das Immunsystem der häufiger von Verletzungen und Infektionen bedrohten Männer vor Überreaktionen bewahrt haben.

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