Sa, 24. Februar 2018

Knochen entdeckt

12.08.2011 08:58

Gletscher gab nach über 50 Jahren Opfer frei

Seit dem 25. August 1957 gilt der Osttiroler Josef L. als vermisst – der damals 23-Jährige aus Matrei kehrte von einer Erkundigungstour im Bereich der Kristallwand in der Venedigergruppe nie mehr zurück. Suchaktionen blieben erfolglos. Am Donnerstag dürfte der Berg sein Opfer endlich freigegeben haben. Ein Alpinist entdeckte Knochen und einen Schuh. Die Staatsanwaltschaft ordnete zur genauen Feststellung der Identität eine Obduktion der Leichenteile an.

Der Osttiroler war gemeinsam mit einem Bekannten von Innergschlöss im Gemeindegebiet von Matrei im Bezirk Lienz über den Gletscherweg zum Schlatenkees aufgestiegen. Unterhalb der Kristallwand in 2.350 Metern Höhe am linken Rand einer Gletscherzunge des Schlatenkeeses stieß er auf die Knochen. Nachdem der Mann Anzeige erstattet hatte, flogen am Donnerstag Polizisten mit einem Hubschrauber zur Fundstelle und stellten zwei Oberschenkelknochen, einen Unterschenkelknochen und zwei Beckenknochen sicher.

Leichenfund nach so langer Zeit extrem selten
"Es kommt extrem selten vor, dass nach so langer Zeit Leichen gefunden werden können", so der Matreier Polizist Franz Riepler. In diesem Fall könnte es exakt 54 Jahre gedauert haben, bis die letzten Verwandten von Josef L. die sterblichen Überreste des verunglückten Bergsteigers nun beerdigen können.

Im Zuge der Ermittlungen stellte sich nämlich durch Befragung von älteren Bergrettungsleuten und Bergführern heraus, dass lediglich ein 1934 geborener Mann aus Matrei in diesem Bereich als vermisst gelte und zwar Josef L.. Der Einheimische hatte am 25. August 1957 im Bereich der Kristallwand eine Erkundungstour durchgeführt und ist seitdem abgängig.

DNA-Analyse und Obduktion zur Sicherheit
Trotz wochenlanger Suche durch Bergretter und Alpinpolizisten konnte der Leichnam nicht gefunden werden. Zudem deckte sich laut Polizei ein damals verfasster Bericht weitgehend mit den Schilderungen der Bergführer.

Zur Sicherheit werden aber noch eine DNA-Analyse sowie eine Obduktion gemacht, es ist allerdings davon auszugehen, dass es sich bei dem Opfer tatsächlich um den Matreier handelt.

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