Do, 23. November 2017

Diskriminierung?

07.05.2011 16:45

Blindes Paar will Kind adoptieren - Land bleibt hart

Ist es Diskriminierung, wenn ein blindes Paar kein blindes Kind aufnehmen darf? Der Adoptionswunsch zweier Sehbehinderter (40 und 45 Jahre alt) aus Traun hat für heftige Diskussionen gesorgt. Die Jugendwohlfahrt des Landes kontert: Jedes adoptionswillige Paar müsse sich dem Amtsentscheid beugen, mit der Blindheit der Antragsteller hätte das nichts zu tun.

"Allein im Bezirk Linz-Land gibt es 25 adoptionswillige Paare mit amtlicher Genehmigung. Aber pro Jahr gibt es nur ein bis zwei Kinder zu adoptieren", erklärt Peter Binder, Büroleiter von Soziallandesrat Josef Ackerl. Er versichert, dass es sich bei der Ablehnung des Antrags des blinden Paares Elfriede Dallinger und Dietmar Janoschek nicht um eine Diskriminierung handelt. Binder: "Wenn erneut ein blindes Paar kommt, werden wir den Antrag ganz genauso überprüfen."

Tatsächlich ist der Adoptionswille von Dallinger und Janoschek laut Behindertenanwalt Sepp Buchinger zumindestens im deutschsprachigen Raum eine echte Premiere. Buchinger: "Niemand würde auf die Idee kommen, einem blinden Paar, das ein Kind geboren hat, dieses wegzunehmen. Das Land wird ihnen sicher hohen Schadenersatz zahlen müssen."

Buchinger vermutet, dass bei der Entscheidung des Landes eine Rolle gespielt haben könnte, dass das Paar dann weitere "persönliche Assistenz" benötigen würde. Bisher bekommen die Trauner pro Monat 20 Stunden Hilfe, meist für technische Dinge und beim Einkaufen. Binder kann über dieses Argument nur den Kopf schütteln. "Solche Überlegungen stellen wir sicher nicht an."

Kronen Zeitung

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