Mi, 22. November 2017

Reformpläne

12.03.2011 11:22

Angst bei den gespag-Krankenhäusern

Oberösterreichs Landesspitäler-Holding gespag ist DER "Regionalversorger" mit Krankenhausbetten in Oberösterreich - und hat daher auch die kleinsten Spitäler, die fast zwangsläufig am wenigsten wirtschaftlich sind. Zwar gilt bei der aktuellen "Geheim-Reform" eine Standort-Garantie, doch steckt Häusern wie Freistadt, Rohrbach, Ischl, Kirchdorf und Schärding noch das aus der Bundes-SPÖ kommende Schließungsszenario für Spitäler mit weniger als 300 Betten in den Knochen.

Die geheime Expertenarbeit an der Spitalsreform nähert sich ihrem Ende; am 22. März bekommen die Primarärzte der Landespitälerholding gespag und der Elisabethinen (die in Linz mit der gespag kooperieren) in einem "Workshop" vielleicht schon die Details der 250-Millionen-Euro-Reform präsentiert.

Dass kein Spitalsstandort in Oberösterreich geschlossen werden soll, hat Gesundheitsreferent Josef Pühringer (ÖVP) zugesagt.

Trotzdem gibt es Zukunftsängste in den kleinen Spitälern, die laut Verwaltungsreformexperten auf Bundesebene und laut Bundesrechnungshof gravierende Kostennachteile haben.

In diese Kategorie fallen in unserem Bundesland die kleineren gespag-Häuser. Nämlich das Krankenhaus Freistadt mit 170 Betten, Rohrbach mit 187, Schärding mit 208 Betten, Bad Ischl mit 238, und Kirchdorf mit 280 Betten. Gmunden mit 320 Betten liegt über dieser "magischen" Grenze – allerdings geographisch recht nahe des Schwerpunktkrankenhauses Vöcklabruck, das mit 586 Betten fast doppelt so groß ist.

Wirtschaftlichkeit in konkreten Zahlen
Zahlen spielen bei dieser Spitalsreform eine große Rolle. Einer der Experten im Kernteam, das die eigentlichen Strukturreformen ausarbeitet, Rudolf Linzatti, ist Spezialist für gesundheitsökonomische Zahlenwerke; auch Ex-ÖBIG-Chefin Michaela Moritz wird als ehemalige Gesundheitsplanerin aussagekräftige Kennzahlen parat haben.

Dazu gehört zum Beispiel die Kennzahl "Abgang je LKF-Punkt", wobei LKF-Punkt die "Währung" im System der leistungsorientierten Krankenhausfinanzierung ist. Sie wird – mit Einschränkungen je nach konkretem Leistungsangebot in den jeweiligen Spitälern – für Spitalsvergleiche gerne herangezogen.

Ein Krankenhaus wie Vöcklabruck kam 2009 hier auf einen Wert von 0,44 und gehörte damit zu den (nach dieser Kennzahl) wirtschaftlichsten fünf Spitälern im Land (mit dem Bestwert 0,34 bei den Barmherzigen Brüdern in Linz).

Freistadt war da mit 0,66 weit weniger effizient, Rohrbach kam auf 0,63 – wobei sich die Werte beider Häuser seit 2006 stetig erhöht haben. Ebenso ging es in Schärding nach oben, dieses Spital lag 2009 bei der Kennzahl Abgang je LKF-Punkt ebenfalls bei 0,66; Bad Ischl lag bei 0,54 und Kirchdorf bei vergleichsweise guten (und vor allem stabilen) 0,51. Zum Vergleich: Das etwas größere Gmunden brachte es auf 0,53.

Wie weit sich solche Kennzahlen tatsächlich in der Spitalsreform standortbezogen niederschlagen werden, ist noch offen. Angekündigt wurden Schwerpunktsetzungen unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten, verstärkte Kooperationen und Bereinigung von Parallelstrukturen.

von Werner Pöchinger, "OÖ Krone"

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