Sa, 16. Dezember 2017

"G'sunde Watsch'n"?

24.03.2010 09:14

Noch immer jeder dritte Erwachsene für Ohrfeigen

Gewalt in der Erziehung ist seit 20 Jahren verboten, und 95 Prozent der Oberösterreicher finden das gut. Die Realität sieht aber immer noch anders aus: Jedes zweite Kind wird geschlagen, jeder dritte Erwachsene spricht sich für die "g'sunde Watsch'n" aus. Doch die ist keinesfalls harmlos, sondern macht die zarten Kinderseelen krank.

Dass sogar der Feldkircher Bischof und damit eine moralische Instanz eine Ohrfeige für hilfreich hält, empört die Kinder- und Jugendanwältin Christine Winkler-Kirchberger: "Damit wird die Watsch'n verharmlost. Unsere Umfrage zeigt, dass es in den Köpfen vieler Menschen auch noch so ist."

Jede Ohrfeige ist schlimm
Viele Studien beweisen aber, wie sehr die Kinder leiden – und später sehr häufig selbst gewalttätig werden. "Weil sie nie erlebt haben und vorgelebt bekamen, dass man Konflikte auch auf andere Weise lösen kann."

Auch Marion Luksch als Leiterin der Kinderschutzakademie des Linzer Kinderhilfswerks bestätigt: "Für Eltern ist Gewalt und eine Ohrfeige nicht dasselbe. Deshalb muss man ihnen helfen, dass sie in zugespitzten Situationen auch andere Möglichkeiten haben, als dem Impuls zum Hinschlagen nachzugeben."

Zahlreiche Polizeieinsätze
Allein in Linz griff die Polizei im Vorjahr 241 mal bei Gewalt in der Familie ein, in 133 Fällen waren Kinder mit betroffen oder zumindest Augenzeugen. "Und schon das muss für die Kleinen ein wahrer Albtraum sein" fühlt Polizeijuristin Bettina Kreuzhuber mit den Opfern.

von Hedwig Savoy, "OÖ Krone"

 

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