Do, 23. November 2017

„Cold Case“ in Linz

06.12.2009 16:14

Mord vor 25 Jahren - neue Ermittlungen blockiert

Die Kripo hat Ermittlungen in zwei lang zurückliegenden Mordfällen wieder aufgenommen. Ob sie damit fortfahren darf, ist aber zweifelhaft. Da sich der Verteidiger des Verdächtigen beschwert hat, muss nun das Linzer Oberlandesgericht entscheiden, ob gegen einen mehrfach vorbestraften Sextäter weiter ermittelt werden darf. Er steht im Verdacht, eine Linzerin und eine Salzburgerin missbraucht und getötet zu haben.

Es ist ein Fall wie aus der Fernsehserie "Cold Case – kein Opfer ist je vergessen": Am 16. Oktober 1985 war an der Linzer Hofgasse eine 25-jährige Prostituierte erwürgt und erstochen worden. Am 11. Juli 1992 erlitt eine 17-jährige Nachtbummlerin am Salzachufer das gleiche Schicksal.

Genau dort lag splitternackt und stockbetrunken ein Ex-Häftling, bei dem die Polizei das Blouson des Opfers und einen blutverschmierten Gürtel fand. Der Mann wurde deshalb sofort verhaftet und verhört, aber trotz aller erdrückenden Indizien vier Monate später freigelassen.

Ruf nach Gerechtigkeit
Seither kämpft die Mutter eines der Opfer mithilfe des Weißen Rings um eine Fortführung des Strafverfahrens. Die Justiz will zwar nun einen der beiden Fälle neu aufrollen und auch den Parallelfall dazu untersuchen, doch der Verteidiger des Verdächtigen rief die nächste Instanz an.

"Die Beschwerde geht ins Leere – ich bin überzeugt, dass das Linzer Oberlandesgericht die Erhebungen bestätigen wird", meinte Opferanwalt Stefan Rieder zu diesem Verfahren.

Auch Sicherheitsdirektor Alois Lißl hofft, dass der Linzer Mordfall nach 25 Jahren geklärt und gesühnt werden kann: "Derartig abartige Sexualtäter gibt's Gott sei Dank nicht zuhauf, so dass ein Verdächtiger durchaus zwei Parallelfälle am Gewissen haben kann."

Neue Hoffnung in altem Fall
Sämtliche Linzer Beweisspuren sind zwar mittlerweile vernichtet und verrottet, aber es gibt Hinweise dafür, dass der damals 28-jährige Verdächtige nach einer fünfjährigen Gefängnisstrafe zur Tatzeit am Tatort in der Linzer Rotlichtszene gewesen ist.

Außerdem soll der bekannte Profiler, Buchautor und Kriminalpsychologe Thomas Müller den Verdächtigen begutachten und dessen Vorstrafenakte mit den Obduktionsbefunden vergleichen, sobald der Staatsanwalt grünes Licht vom Oberlandesgericht erhalten hat.

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