Mo, 23. April 2018

„Krone“-Reportage

29.03.2018 19:54

Wie ein Drehorgel-Mann unser Land eroberte

Die meisten kennen ihn als Drehorgelspieler bei Veranstaltungen im ganzen Land. Was viele nicht wissen: Walter Alge ist Vorarlberger, der sich in Kärnten erst einleben musste.

„Ich hab immer gesagt, ich werde Vorarlberg nie verlassen.“ An diesem Vorsatz ist Walter Alge gescheitert. Seit 40 Jahren lebt der Lustenauer in Kärnten.

„Die Liebe hat mich hierher verschlagen.“

Ehefrau Elisabeth klärt auf: „Aber ich war es nicht, das war eine andere!“ - „Man darf es halt nicht nur einmal probieren“, scherzt Alge, der sich in Kärnten erst einleben musste.

„Ich war es nicht gewohnt, dass man hier in Gesellschaft sofort mit jedem bester Freund ist. Ich halte vom Wort Freund viel, das kann man sich nicht in zwei Minuten erwerben“, so Alge.

Dass er ein „Gsiberger“ ist, kann man auch heute nicht überhören. „Der Lustenauer Dialekt ist extrem, den wird man nicht so leicht los.“

Mittlerweile haben sogar einige Meiseldinger seine Ausdrücke angenommen. Wenn es heißt: „Gemma das Kapellili anschauen“ (gemeint ist die Kapelle). Oder wenn der gelernte Tischlermeister übers Klötzle (Holzklotz) spricht.

Noch besser bekannt ist Alge vielen als Drehorgelspieler. Am St. Veiter Hauptplatz oder beim Altstadtzauber in Klagenfurt ist er mit seinem außergewöhnlichen Instrument längst Stammgast. „Mein Bruder aus Zürich hat mir die Orgel vor zwölf Jahren empfohlen, da der Besitzer verstorben war. Am Anfang hatte ich Angst, dass mich die Kärntner damit auslachen.“

Es kam ganz anders: Schon der erste Auftritt beim Meiseldinger Kirchtag schlug ein. „Es war ein enormer Widerhall. Danach ging es richtig los“, erinnert sich Alge, der seit 35 Jahren auch Mitglied des technischen Stabes beim KAC ist. Nicht nur deshalb wird Kärnten weiter sein Zuhause bleiben.

Walter Alge im "Krone"-Wordrap:

Christian Rosenzopf
Christian Rosenzopf

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