Sa, 25. November 2017

Häfn-Hochzeit

18.05.2009 10:46

Hoffen auf Entlassung von „Lebenslänglichem“

Diese Liebe macht Erstaunen und Gruseln zugleich: Der Oberösterreicher Horst D. bekam für den Mord an seiner Schwiegermutter in Sierning lebenslang und sitzt seit 17 Jahren in der Justizanstalt Garsten – doch die 27-jährige Sabine G. aus Salzburg hat den 45-jährigen Heiratsschwindler, Pornografen und Mörder hinter Gittern geheiratet, hofft sehnsüchtig auf ein gemeinsames Glück!

„Streit um Haus: Sierninger Kellner erschoss seine Schwiegermutter“, titelte die „Krone“ am 16. Dezember 1992. Horst D. war als Kind von den Eltern verstoßen, im Kinderheim geschlagen und missbraucht worden. 1989 heiratete der vorbestrafte Kellner eine 21-Jährige gegen den Willen ihrer Eltern, hatte mit seiner Frau einen kleinen Sohn. Die 45-jährige Schwiegermutter Elfriede L. stritt sich immer wieder mit dem ungeliebten Schwiegersohn, bis Horst D. auf dem Bauernhof in Sierning eines Tages durchdrehte und die Frau mit fünf Schüssen aus seiner Pistole ermordete.

„Lebenslang“ für Mord an Schwiegermutter
Im September 1993 wurde er dafür im Landesgericht Steyr zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Der totenblasse Mörder hatte während des Verfahrens stundenlang geweint. So viel zur grausigen Vorgeschichte, die aber Sabine G. nicht abschreckte, als sie vor sieben Jahren den Häftling Horst D. in Garsten kennen und lieben lernte. So sehr, dass sie ihm vor sechs Jahn in der Justizanstalt Garsten das Jawort gab. Seither hofft die Mutter eines schwer behinderten, siebenjährigen Sohnes darauf, dass Horst D. entlassen wird. So wie der Promi-Mörder Helmut Frodl, der fast zeitgleich eingeliefert worden war, aber nun bald wieder frei sein wird.

Sie finden es unfair, dass Frodl rauskommt und Ihr Mann drinbleiben muss?
Sabine G.:
„Der Frodl kommt raus, obwohl er immer alles geleugnet und sein Opfer sogar zerhäckselt und versteckt hat. Mein Mann sitzt unschuldig wegen vorsätzlichem Mord in Haft. Obwohl es eine Affekttat war, er hat sogar selbst die Rettung und die Polizei gerufen. Das hat damals auch der Gerichtspsychiater Dr. Jarosch gesagt, der ihn vom vorsätzlichen Mord freigesprochen hat. Aber die Geschwornen und das unfaire Gericht haben ihm lebenslang gegeben!"

Aber Horst D. hat doch seine Schwiegermutter mit fünf Schüssen getötet.
Sabine G.:
„Ein brutaler Doppelmörder wurde nach 13 Jahren aus Garsten entlassen. Ein anderer Lebenslanger nach 15 Jahren, Horst bekommt nicht einmal Ausgänge."

Warum ist das so?
Sabine G.:
„Unser Problem: Wir haben kein Geld für einen Rechtsanwalt. Horsts Anträge auf Entlassung wurden zwei Mal abgelehnt. Der Richter sagt, er muss erst seine Therapie abschließen.“

Ihre Zukunftsperspektive?
Sabine G.: „Ich hoffe, dass mein Mann bald freikommt. Dann kann er mein Kind pflegen und ich meine Meisterprüfung als Schneiderin machen.“

Von Christoph Gantner, „OÖ-Krone“
Symbolbild

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