So, 22. April 2018

Forscher-These

14.05.2009 12:47

Bleihaltige Wolken hemmen Treibhauseffekt

Blei, der große Klimaretter? Diese auf den ersten Blick recht unerwartete Losung haben nun Wissenschaftler aus den USA und der Schweiz zumindest theoretisch ausgegeben. Theoretisch deswegen, weil ihren Forschungsergebnissen zufolge bleihaltige Luft tatsächlich dazu beitragen kann, die auf der Erde entstehende Hitze des Treibhauseffekts besser ins All abzuleiten, die negativen Effekte des immerhin hochgiftigen Schwermetalls auf unser aller Leben dennoch größtenteils überwiegen.

Dennoch: Zu wissen, dass die Anstrengungen der Menschheit, die Verschmutzung der Luft einzudämmen, sogar negative Auswirkungen haben können, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Was gab es in den späten 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht für ein Gezeter, dass etwa das bleihaltige Benzin über den Umweg des sauren Regens den Tod der Wälder und das Erkranken der Kinder nach sich ziehen würde. Nun, das bestreiten der Stephan Borrman und seine Kollegen aus der Schweiz und den USA auch gar nicht.

Gute Seite des bösen Bleis
Ganz weit oben in der Erdatmosphäre jedoch zeigt sich das böse Blei aber auch von seiner guten Seite, wie Untersuchungen am Schweizer Jungfraujoch (3.580 Meter Seehöhe) und in den Rocky Mountains aufdeckten: Denn winzigste Bleipartikelchen tragen in Wolken dazu bei, dass sich Eiskristalle bilden können, die einerseits als Basis für jedweden Niederschlag gelten, und auch zur besseren Wärmeableitung der Atmosphäre wichtig sind.

Treibhauseffekt schlägt zu
Denn die mit Blei versetzten Eiswolken präsentieren sich gegenüber der durch den Treibhauseffekt auf dem Erdenrund entstehenden Hitze als überaus durchlässig, während „bleifreie Wolken“ de facto die Rolle von Spiegeln übernehmen. Die Senkung des Bleigehalts in der Luft hat also in den vergangenen 20 Jahren, seitdem nämlich das Blei fast vollständig aus Treibstoffen verbannt wurde, dazu geführt, dass der zuvor gehemmte Treibhauseffekt mit neugewonnener Stärke wirken kann.

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