Fr, 25. Mai 2018

Älter als gedacht

02.10.2008 11:22

AIDS-Virus bereits um 1900 in Afrika vorhanden

Das AIDS-Virus ist wesentlich älter als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der University of Arizona im amerikanischen Tucson. Ihren Untersuchungen zufolge dürften sich schon vor über 100 Jahren Menschen in Zentralafrika mit dem HI-Virus angesteckt haben, nachdem sie von infiziertem Affenfleisch gegessen hatten, berichtet die Fachzeitschrift "Nature".

Bei Untersuchungen im afrikanischen Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, stießen Michael Worobey und sein Team auf eine aus dem Jahr 1960 datierende Gewebeprobe, in der die Forscher eindeutig HIV vom Typ 1, der heute häufigsten Form des Virus, nachweisen konnten.

Bei einem Vergleich mit der bislang ältesten bekannten HIV-Probe aus dem Jahr 1959 stellten die Wissenschaftler fest, dass sich das Erbgut der beiden Proben um zwölf Prozent voneinander unterschied – obwohl zwischen beiden Proben und somit dem Zeitpunkt der Ansteckung nur ein Jahr liegt.

Worobey und Co. zufolge sei eine derartige Abweichung nur durch eine lange voneinander getrennte Entwicklung der beiden Virenstämme zu erklären. Der ursprüngliche HIV-Stamm, aus dem sich die beiden Untergruppen bildeten, müsse deshalb am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert entstanden sein. Dabei handelte es nach heutigem Wissen um eine verwandte Form eines vor allem in Kamerun auftretenden SI-Virus, einem Vorläufer des HI-Virus, das zumeist Schimpansen befällt und sich beim Verzehr von Affenfleisch auf den Menschen überträgt.

Dass sich AIDS jedoch nicht schon um die Jahrhundertwende großflächig in Afrika ausbreitete, obwohl der Konsum von Affenfleisch auch damals bereits üblich gewesen sei, erklären die Forscher durch das Fehlen großer Städte, in denen sich das Virus einfacher hätte verbreiten können.

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