Mi, 22. November 2017

Rettung vor „Fluch“

08.08.2008 18:01

¿Hexe¿ machte 560.000 Euro Beute

Allein mit der Leichtgläubigkeit ihrer Opfer machte eine Serienbetrügerin (27) aus Serbien die unfassbare Beute von 560.000 Euro! So versprach sie, eine Innviertler Geschäftsfrau (48) von einem Fluch zu befreien, indem sie über deren Vermögen bete. Sie bekam 450.000 Euro in einem Plastiksack und ging in eine Kirche. Als die „Verfluchte“ wieder zurückkam, war die „Hexe“ verschwunden.

Von einer Frau aus dem Innviertel hatte sie beim Handlesen die Telefonnummer der Geschäftsfrau (48) aus dem Bezirk Braunau erhalten. Samt Infos über deren familiäre Sorgen. Mit diesem internen Wissen meldete sie sich bei der Frau. Und erschlich sich mit der Zeit und in vielen Gesprächen immer mehr deren Vertrauen. Sie setzte ihr Opfer dabei immer mehr unter Druck, zuletzt drohte sie: „Jetzt kommt eine ganz schlimme Katastrophe!“ Und bot gleich ihre okkulte Hilfe an. Schließlich warf die Innviertlerin ihre Vernunft über Bord. „Wenn ich mit möglichst viel von deinem Geld einige Stunden beten gehe, wirst du vom Fluch befreit“, versprach die Serbin aus Wien.

Worauf die 48-Jährige tatsächlich von ihrer Bank 450.000 Euro abhob, in einen Plastiksack steckte und ihrer vertrauten Heilerin übergab. Diese ging in die Kirche beten, ihr Opfer machte derweilen Besorgungen. Bei der Rückkehr zur Kirche fiel die Geschäftsfrau aus allen Wolken: Die junge „Hexe“ war samt ihrem Vermögen auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Am Boden zerstört, erstattete die 48-Jährige Anzeige. Das heimische LKA ermittelte daraufhin weitere 17 Straftaten der Serbin. So lockte sie einer Arbeiterin aus Salzburg (34) durchs Handlesen 10.000 Euro heraus. Mit der gleichen Unheils-Masche legte sie auch eine Vorchdorferin (35) herein. Diese hob 100.000 Euro bei der Bank ab und gab sie der Ganovin, damit diese sie vom drohenden Unheil erlöse.

Jetzt konnte die Betrügerin in der Schweiz gefasst und ins Gefangenenhaus Ried überstellt werden.

 

Symbolfoto: rubra

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