Sa, 18. November 2017

Strahlender Sieger

29.06.2008 16:41

Tilman Rammstedt gewinnt Bachmann-Preis 2008

Der Ingeborg-Bachmann-Preis 2008 ergeht an den deutschen Schriftsteller Tilman Rammstedt. Das gab die Jury unter dem Vorsitz von Burkhard Spinnen am Samstagabend in Klagenfurt bekannt. Gewonnen hat Rammstedt mit seinem Text „Der Kaiser von China“. Auch der Publikumspreis ging an den Deutschen.

Atemlos und fast hektisch war der Vortrag von Tilman Rammstedt vor der Jury am Samstag in Klagenfurt abgelaufen. Es schien, als hätte er sich durch seinen Text „Der Kaiser von China“ gezappelt und wäre sichtlich froh gewesen, als er es überstanden hat. Am Ende des Wettbewerbs aber ging der 33-Jährige mit zwei Preisen heim: Dem begehrten Bachmann-Preis und dem Publikumspreis (dieser wurde durch Internet-Stimmen ermittelt).

Er hatte nicht damit gerechnet
Gerechnet habe er mit den Preisen nicht, versichert er glaubhaft, wenngleich er nach seiner Lesung doch "insgeheim mit vielleicht einem Preis" spekuliert hat, "aber sicher nicht mit dem Bachmannpreis".

Erstes Buch anstelle der Magisterarbeit
Rammstedt stammt aus Bielefeld und ist ein Multitalent. Er studierte „Verschiedenes", wie er selbst sagt, und das in Tübingen, in Berlin, aber auch in Edinburgh. Statt seiner Magisterarbeit schrieb er lieber sein erstes Buch. Geschrieben habe er immer schon, „das war mir ein Bedürfnis". Dass er von der Schriftstellerei leben könnte, war aber nicht wirklich geplant.

Kein „rasend schneller“ Schreiber
Rammstedt schreibt „nicht rasend schnell", nach Fertigstellung eines Romans brauche er eine Pause, bis er wieder beginnen könne. „Die dauert manchmal zu lange, aber das lässt sich nicht ändern." Wichtig ist ihm der Rhythmus der Sprache: „Manchmal lese ich einen Satz laut und merke, da fehlt noch ein Wort, das stimmt noch nicht."

„Schlechtester Musiker“
Sich auf die Literatur allein zu beschränken, ist ihm allerdings zu wenig, deshalb spielt er auch noch in einer Band. Er ist Texter und Musiker bei „Fön", wo er Trompete spielt und das Schlagzeug bearbeitet und sich kokett als „schlechtester Musiker" der Gruppe bezeichnet.

25.000 Euro Preisgeld
Jetzt gehört ihm also der Ingeborg-Bachmann-Preis 2008. Dieser ist mit 25.000 Euro dotiert und wird von der Stadt Klagenfurt gestiftet. Er zählt zu den bedeutendsten Preisen in der deutschsprachigen Literatur. Im heurigen Jahr gab es die 32. Auflage dieses Wettbewerbs. 14 Autoren haben mitgemacht und ihre noch unveröffentlichten Texte vorgestellt.

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