Dieser Tage feiert man wieder einmal Ludwig van Beethoven, den zweifellos genialsten Migranten, der jemals nach Österreich kam, genauer gesagt, den 200. „Geburtstag“ seiner 9. Symphonie. Der idealistische Komponist vertonte im 4. Satz Schillers „Ode an die Freude“ und schuf damit erstmals eine symphonische Dichtung mit Chor. Rund drei Jahrzehnte nach der Französischen Revolution wurden deren Parolen „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ für eine bessere, gerechtere und friedlichere Welt im Text aufgegriffen. Nach einem verheerenden 20. Jahrhundert hat sich aktuell am Zustand der Welt in diesen zwei Jahrhunderten mit der Ausnahme, dass es schlechter wurde, allerdings wenig geändert, und geplante Kriege, massive Aufrüstung, imperialistische Ansprüche, geopolitische Strategien, inszenierte Krisen, Missbrauch von Massenmigration als Waffe, perfide Lügen, durchtriebene Geschäftsmodelle, Neiddebatten mit Enteignungsfantasien, Renaissance extremer und oft mehrmals gescheiterter Ideologien, nationale Egoismen, gezielter Wohlstandsabbau etc. dominieren den Alltag. Und geradezu grotesk ist die Tatsache, dass im „Friedensprojekt“ EU, das aktuell die Ukraine massiv aufrüstet, aber in der es primär um Umverteilungsmechanismen geht, nämlich sich gegenseitig über den Tisch zu ziehen und mehr herauszuholen als einzuzahlen, den Schlusssatz der Symphonie zur „Europahymne“ gekürt hat. Vielleicht sollte man den Text von „Alle Menschen werden Brüder“ bedauerlicher-, aber realistischerweise in „Alle Menschen bleiben Feinde“ umdichten.
Mag. Martin Behrens, Wien
Erschienen am Di, 7.5.2024
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