Das freie Wort

Ein Spiel mit dem Feuer

Bis vor gar nicht langer Zeit hörte man bezüglich Ukraine- Krieg von offizieller Seite mit der größten Selbstverständlichkeit und Überzeugung, dass die Ukraine mit Unterstützung des Westens auf dem Schlachtfeld gewinnen werde, weil Putin ja ganz einfach nicht gewinnen darf. Plötzlich begann sich in der Berichterstattung der Wind zu drehen, und es wurde eingestanden – sogar von ukrainischer Seite –, dass die ukrainische Armee an der Front massive Probleme habe und unter Munitions- und Personalmangel leide. Aufgrund dieser besorgniserregenden Situation preschte der französische „Häuptling“ Macron mit der Idee vor, NATO-Truppen oder zumindest Truppen von EU-Staaten in die Ukraine zu schicken. (Dass mehrere NATO-Staaten inklusive USA längst militärisches Personal in der Ukraine haben, ist ein offenes Geheimnis.) In der EU – ist mehr oder weniger ident mit der NATO – wurde begonnen, unter den Politikern von der EU- Chefin abwärts in Kriegsrhetorik zu verfallen, die Menschen auf einen großen Krieg auf europäischem Boden nicht nur in der Ukraine einzustimmen. Und um der ganzen Kriegshetze die Krone aufzusetzen, meldete sich jetzt das CFR (Council on Foreign Relations) zu Wort. Dieser US-Thinktank fordert mehr oder weniger unverblümt den Kriegseintritt der EU, um Russland in die Knie zu zwingen. Die EU soll Soldaten in den Krieg schicken, nicht die NATO. Das ist ein Riesenunterschied. Würde nämlich die NATO in den Krieg ziehen, wären auch die USA dran. Das soll aber nicht sein. Die EU soll bluten, damit letzten Endes die USA als großer Sieger dastehen. Ist in der EU den Politikern egal, was da daherkommt? Wollen die wirklich für fremde Interessen Bevölkerung und Wirtschaft ruinieren und sogar einen Atomkrieg in Kauf nehmen?

Josef Höller, per E-Mail

Erschienen am Fr, 3.5.2024

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