Dieses Wort bedeutet Achtung, Anerkennung, Aufmerksamkeit. Studien belegen, dass sich Wertschätzung positiv auf die Menschen und deren Gesundheit auswirkt. Ob beim Personal in Kindergarten, Schule, öffentlichem Amt, Pflegeheim, Krankenhaus, bei Post, Bank, in Betrieben, überall will man für geleistete Arbeit und entsprechenden Einsatz wertgeschätzt werden. Selbst Kinder kann man mit Wertschätzung motivieren, und auch die betagte Generation will am Kuchen mitnaschen und freut sich über Wertschätzung. „Mein Gott, du siehst viel jünger aus als du bist“, solche und andere Komplimente sind bei Letzteren nicht gemeint. Hier geht es vor allem darum, dass man in der Gesellschaft seine Unabhängigkeit, ergo Selbstständigkeit wahren kann. Es ist ein Stück Freiheit damit verbunden. Das heißt im Klartext: Man will selbstständig Bankgeschäfte erledigen, einkaufen, kochen, haushalten und den verursachten Mist entsorgen. Dazu müssen die Voraussetzungen vorhanden sein. Es muss eine Bank, ebenso eine Einkaufsmöglichkeit fußläufig erreichbar sein. Auch die Müllentsorgung muss – durch Mülltonnen in unmittelbarer Nähe, durchführbar sein. Der Alltag zeigt anderes auf. Wenn der Reparatur-Bonus nur noch digital zu haben ist, wenn Kunden nur über eine Rabatt-App Vergünstigungen erhalten und man gezwungen ist, so ein Gerät zu besitzen, wenn bei Sprechgeschwindigkeit in Radio und TV neue Rekorde erzielt werden und man das Gesagte inklusive Inhalt nicht mehr verstehen kann, wenn Banken, Postämter und Bahnhöfe nur noch über Automatenbedienung verfügen, wenn Auskunft und Beratung von Mensch zu Mensch nirgendwo mehr vorhanden ist, wenn auf die ältere Generation nicht Rücksicht genommen wird bzw. sie vergessen zu sein scheint und nur vor Wahlen wichtig ist, wenn öffentliche WC-Anlagen bunkerähnliche Gebilde sind, und wenn auf amtliche Anfragen nicht reagiert wird, dann, ja dann läuft etwas ziemlich schief und der Begriff der Wertschätzung – vor allem am internationalen Tag der Senioren – wird geradewegs zur Farce, zur Posse, zur Lächerlichkeit.
Renate Ratzenböck, Uttendorf
Erschienen am Mi, 4.10.2023
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