In „Der gefürchtete Feiertagsschmerz“ spricht Kommentatorin Karin Podolak über wirklich notwendige Inanspruchnahmen heimischer Krankenhäuser. Die missbräuchlichen hingegen finden keine Erwähnung. Von den Verheißungen der Spezialisten- und Apparate-Medizin geblendet, steuern Herr und Frau Österreicher oft automatisch die nahe gelegene Spitalsambulanz an. Auch bei Banalerkrankungen und Befindlichkeitsstörungen wird nicht mehr auf die reguläre Sprechstunde des Vertrauensarztes gewartet. Viele wollen beim Chef mit einer Wochenend-Ambulanz-Inanspruchnahme gut dastehen, um nicht am Montag wegen Arztbesuch am Arbeitsplatz zu fehlen. Es verhält sich ähnlich wie bei den an Sonn- und Feiertagen geöffneten Supermärkten in Bahnhöfen. Sie an ungewöhnlichen Zeiten aufzusuchen ist zum Volkssport verkommen. Folge: Auch nachts drängen sich dort Massen durch die Regalreihen, so, als stünde eine Hungersnot vor der Tür. Vergleichender Blick zu unseren heillos überlasteten Spitalsambulanzen: Fast die Hälfte aller Patienten kommt ohne ärztliche Überweisung in die Notaufnahme, 87 Prozent werden wieder nach Hause geschickt, 49 Prozent als Bagatellfälle eingestuft, wie eine Untersuchung an Wiener Spitälern zeigte. Alles zum Nachteil der wirklich akut Erkrankten. Die besagten Vordrängler und Egoisten werden auch die kommenden Primärversorgungseinheiten an Randzeiten überfluten. Solange sich unsere Verantwortungsträger zu keiner Patientenlenkung durchringen, wird die öffentliche Krankenversorgung unbeirrt gegen die Wand gefahren.
Dr. Wolfgang Geppert, Wien
Erschienen am So, 13.8.2023
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Weitere Leserbriefe
21.4.2026keyboard_arrow_downDatum auswählen
Für den aktuellen Tag gibt es leider keine weiteren Leserbriefe.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.