Der Fraktionsvorsitzende Hanger wird nicht müde, ÖBAG-Chef Thomas Schmid ob dessen fachlicher Kompetenz zu loben. Als Hauptargument nennt Hanger allzu gerne den Umstand, dass sich während der Amtszeit von Schmid das Vermögen, welches die ÖBAG verwalten muss, vermehrt hätte. Das stimmt sogar. Aber es ist zumindest in der Privatwirtschaft gar nicht so selten, dass ein Aufsichtsratsvorsitzender trotz Gewinnzuwächsen einer Aktiengesellschaft seinen Hut nehmen muss. Nicht weil er Gewinne erwirtschaftete, sondern weil diese Gewinne nicht hoch genug waren. Natürlich sollte man auf niemanden treten, der schon am Boden liegt, aber bedenkt man alle fragwürdigen Umstände, die in den letzten Wochen bekannt wurden, und da vor allem die Umwandlung der ÖIAG zur ÖBAG samt Postenschacher, so sollte man schon auch überprüfen, ob der Zugewinn der ÖBAG ohne Schmid und seinen selbst zusammengestelltem Aufsichtsrat nicht wesentlich höher hätte sein können. Kriminelle Tendenzen enden ja nicht bei der Entstehung dieser AG.
Franz Wilding, Rutzendorf
Erschienen am Do, 10.6.2021
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