Das freie Wort

Rauchverbot ist keine Bevormundung

Die jüngst in Wien stattgefundene Demonstration gegen das Rauchverbot hat wieder einmal das fehlende Maß an Vernunft und Verständnis jenes Teils der Bevölkerung gezeigt, welcher an Nikotinsucht leidet. Man kann die grauslichsten Bilder und schlimmsten Leidensgeschichten von Rauchern noch so plakativ in aller Öffentlichkeit präsentieren, und trotzdem werden Suchtkranke weiterhin von „Bevormundung“ und „mündigem Bürgertum“ faseln und ihr Recht auf Qualmerei in Lokalen und auf öffentlichen Plätzen einfordern. Dann taucht da auch noch ein selbst schwer nikotinsüchtiger H.-C. Strache bei dieser Demo auf und bestärkt in einer Rede alle anderen Süchtigen in ihrer vollkommen fehlgeleiteten Sichtweise. Liebe Qualmer, die Ihr aufgrund Eurer Suchtkrankheit kaum von den Glimmstängeln loslassen wollt bzw. könnt – Eure Freiheit, überall zu rauchen, hört dort auf, wo ihr Gesundheit und Geldbörsel der Nichtraucher in Mitleidenschaft zieht und damit auch deren Freiheit einschränkt. Denn es ist eben auch die nichtrauchende Allgemeinheit, der Ihr die hohen Kosten Eurer vorhersehbaren teuren Krebsbehandlungen aufbürdet, ohne diese zu fragen, ob sie eigentlich bereit ist, auch weiterhin die mutwillige Zerstörung Eurer Gesundheit durch eine in Österreich bisher nahezu zügellos praktizierbare Nikotinsucht mit finanzieren zu wollen. Es geht in Wahrheit überhaupt nicht um Bevormundung, sondern um einen endlich greifenden Schutz der Mehrheit der Bevölkerung, die (noch) nicht der lebensgefährlichen Nikotinsucht verfallen ist.

Martin Krämer, per E- Mail
Erschienen am Do, 5.12.2019

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