"Wir haben miteinander gesprochen, aber nicht über das, was vorgefallen ist", berichtete Ivanschitz (im Bild rechts zu sehen, zwischen ihm und Pogatetz läuft Physiotherapeut Michael Vettorazzi) und konnte dabei nicht den Eindruck vermitteln, sämtliche atmosphärischen Störungen seien bereinigt. Man habe eben geplaudert, die Vorfälle vom September 2006, bei denen Pogatetz dem Kapitän die Führungsqualitäten abgesprochen hatte, aber unberührt gelassen."
Aussprache "vielleicht in der Zukunft"
"Es ist natürlich nicht möglich, das von einen Tag auf den anderen zu vergessen. Das ist nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen Spielern so. Aber vielleicht gibt's in Zukunft noch ein Gespräch", meinte der 24-Jährige. "Es geht", so der Burgenländer, "um das Spiel am Mittwoch und nicht um persönliche Eitelkeiten". Pogatetz sei "gleich wieder als Teamspieler aufgenommen worden", schlussendlich aber werde entscheidend sein, "welche Leistungen er zeigt."
Hickersberger lobt Ivanschitz
Dass er selbst derzeit das Anforderungsprofil für einen Schlüsselposten im Team erfüllt, davon zeigte sich Ivanschitz jedenfalls überzeugt. "Es ist sicher ein Vorteil, dass ich bei Panathinaikos jetzt immer gespielt habe. Und ich weiß, dass auch von mir viel verlangt wird." Teamchef Josef Hickersberger assistierte: "Der Andi ist für Panathinaikos unersetzlich, darum hat er zuletzt auch immer durchgespielt."
Der Teamchef befindet sich vor dem Testspiel gegen Deutschland offenbar im Zwiespalt. Zum einen hofft der 59-Jährige im ersten Ländermatch des Jahres auf eine Sensation gegen den dreifachen Welt- und Europameister, um im Hinblick auf die Heim-EM eine Euphorie zu entfachen, zum anderen könnte ein voller Erfolg laut "Hicke" auch kontraproduktiv sein.
Sieg für Österreich nicht optimal
Zwar betonte der Coach auf der Pressekonferenz am Dienstag, dass "wir mit dem absoluten Willen in das Spiel gehen, zu gewinnen". Kurz darauf jedoch meinte Hickersberger mit Blick auf die österreichische Mentalität: "Auch wenn ein gutes Resultat für die Stimmung im Land unglaublich wichtig wäre: Eigentlich wäre ein Sieg unglaublich schlecht, denn die Österreicher würden uns dann sofort zum Kreis der erweiteren Titelfavoriten bei der EURO rechnen."
Noch einen weiteren Seitenhieb auf die österreichische Seele konnte sich der Teamchef nicht verkneifen. "Es besteht in Österreich die Gefahr, dass in Österreich gesehen wird, wer bei den Deutschen fehlt, und dass dann einige glauben, Deutschland kommt mit der B-Mannschaft und wir sind Favorit", erklärte er im Hinblick auf die verletzten Christoph Metzelder und Torsten Frings sowie den unsicheren Einsatz von Michael Ballack.
An der Ausgangsposition ändere auch der eine oder andere Ausfall aufseiten der DFB-Auswahl nichts. "Die Deutschen sind nicht nur zweikampfstark und eine starke Turniermannschaft, sie spielen auch einen modernen Fußball, haben im Mittelfeld einige Scharfschützen und verfügen bei Standard-Situationen über ausgezeichnete Kopfball-Spezialisten", sagte Hickersberger.
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