29.11.2007 15:52 |

Philosoph Krankl

Krankl diskutiert mit Wissenschaftler Liessmann

Vielleicht hatte man sich für den am Mittwoch abgehaltenen "Trialog 2007" die Sendung des "Philosophischen Quartetts" mit Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski zum Vorbild genommen, die vor der WM im ZDF über die schönste Nebensache der Welt philosophiert hatte. Ganz so philosophisch wurde es nicht im Dachsaal der Urania, als der Philosoph und Wissenschafter des Jahres 2006, Konrad Paul Liessmann, und Fußball-Legende Hans Krankl zusammentrafen. Eigentlich waren (fast) alle wegen Krankl gekommen. "Ich übrigens auch", wie Liessmann verriet.

Hans Krankls philosophischer Exkurs ("Ich beschäftige mich nicht so viel mit griechischen Philosophen") war schnell beendet. Marc Aurel könne er weiterempfehlen, über einen Krimi sei er auf den römischen Philosophen gestoßen, dessen Werk "Selbstbetrachtungen" er sich in den nächsten Tagen kaufen wolle. Da stünden wohl "sehr viele gescheite Sachen drin". Übrigens habe sich der Held von Cordoba schon immer für die römische Geschichte und die römischen Kaiser interessiert.

Stichwort Cordoba, Weltmeisterschaft 1978. Das legendäre 3:2 gegen den amtierenden Weltmeister sowie den jubelnden Helden bekamen die Gäste als Einführung zu sehen. Den "großen Bruder" habe man damals geschlagen, den Goliath, der die Österreicher immer auslache und verhöhne. Wie man das geschafft habe, obwohl Österreich eh schon ausgeschieden war? Man wusste, "wenn die deutsche Mannschaft gegen uns verliert, fahren sie mit uns heim!", schilderte Krankl und erhielt spontanen Applaus, "das war unser Ziel." Im Übrigen feiere man im EM-Jahr auch das 30-Jahr-Jubiläum des "Wunders von Cordoba".

Liessmann sieht keinen "Ruck durchs Land" gehen
Liessmann sah im Hinblick auf die EM 2008 keinen "Ruck durch das Land" gehen und zweifelte auch an der nächsten WM- und EM-Qualifikation des Nationalteams. Deutschland sei kein Vergleich, dort habe man, wenn es mal nicht so rund läuft, eine "Depression auf hohem Niveau". Hier sei es eher eine "Dauerdepression". Seine Hoffnungen seien "gedämpft, aber nicht defätistisch". Krankl jedoch wusste, wie man die Euphorie wecken könnte. Man bräuchte nur einen kleinen Linksverteidiger, so einen wie den Deutschen Philipp Lahm, der gleich zu Beginn des ersten Spiels vor dem Strafraum nach rechts laufe und mit seinem eigentlich "tauben" Fuß genau ins Torkreuz schieße. So und nicht anders und auch nicht vorher sei die Euphorie im WM-Deutschland erst ausgebrochen.

"Lahmarschige Nationalmannschaft"
Wäre er Teamchef, würde sich die österreichische Nationalmannschaft nicht "so lahmarschig" präsentieren, stellte Krankl fest. Übrigens hätte er dann das Ziel "Europameister" ausgegeben. Ob er sich vorstellen könne, Trainer der Wiener Austria zu werden, kam die Frage aus dem Publikum. - "Na!" Das gehe nicht, auch wenn man ihn schon gefragt habe. Abschließend verabschiedete er sich brav und wünschte allen - ja was wünscht man als Fußball-Legende einem fußballinteressierten österreichischen Publikum so kurz vor dem Mega-Sportereignis? - "Frohe Weihnachten."

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