Mi, 18. Juli 2018

Aus für Giftspritze?

18.10.2007 14:05

US-Gericht stoppt erneut Hinrichtung von Häftling

Das Oberste Gericht der USA hat erneut die Hinrichtung eines Häftlings per Giftspritze blockiert. Damit wird ein landesweiter Aufschub aller Hinrichtungen immer wahrscheinlicher. Wie die Zeitung „Washington Post“ am Donnerstag berichtete, setzte der Supreme Court am Mittwoch die Hinrichtung des verurteilten Mörders Christopher Emmett im US-Staat Virginia nur vier Stunden vor dem geplanten Vollzug aus.

Der Häftling hatte zuvor in einer Beschwerde bei der höchsten Instanz geltend gemacht, dass die Hinrichtung mit der Giftspritze extreme Schmerzen verursache und deshalb als grausame Strafe gegen die Verfassung verstoße.

Wenige Tage zuvor hatte der Oberste Gerichtshof die Hinrichtung eines Gefangenen in Texas blockiert. Im kommenden Jahr will der Supreme Court anhand der Eingabe eines Häftlings in Kentucky grundsätzlich über die Zulässigkeit der Giftspritze entscheiden. 37 der 38 US-Staaten, in denen die Todesstrafe vollstreckt wird, hatten sie bisher als Haupthinrichtungsmethode gewählt. Inzwischen haben aber bereits mehr als zehn Bundesstaaten die Exekutionen aufgrund gerichtlicher Eingaben von Häftlingen ausgesetzt.

Landesweiter Aufschub aller Hinrichtungen?
Die „Washington Post“ zitierte Experten mit den Worten, dass das Eingreifen der Obersten Richter praktisch einen US-weiten Aufschub aller Hinrichtungen bis zu der endgültigen Entscheidung einläute. „Ich glaube, dass wir nur noch einige wenige Staaten sehen werden, die eine Ausnahme bilden wollen, wenn das (höchste) Gericht bereit zu sein scheint, sich einzuschalten und Hinrichtungen zu stoppen“, sagte beispielsweise Jurist Douglas Berman von der Staatsuniversität Ohio. „Das ist ein de facto Moratorium.“

Wiedereinführung der Todesstrafe 1976
1099 Hinrichtungen hat es seit Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA im Jahr 1976 gegeben, davon 928 durch die Giftspritze. Zunächst wird den Todeskandidaten das Barbiturat Thiopental zur Betäubung eingespritzt, dann Pancuroniumbromid zur Lähmung der Muskeln mit Ausnahme des Herzens, das dann mit Kaliumchlorid zum Stillstand gebracht wird. Mehrere wissenschaftliche Studien aufgrund von Obduktionen haben ergeben, dass die verabreichte Dosis an Betäubungsmitteln oft zu gering ist und manche Gefangene bei vollem Bewusstsein langsam ersticken, ohne ihre Schmerzen herausschreien zu können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Auch Hazard & Mbappe?
Courtois soll her! Real geht in die Offensive
Fußball International
Keine Zurückweisungen
Bayern kontrollieren nun an Grenze zu Österreich
Österreich
Transfer-Gerüchte
Ex-Frankfurter Alex Meier trainiert mit Admira
Fußball National
„Völliger Quatsch“
Klopp ergreift Partei für Özil und Gündogan
Fußball International
Tschertschessow dabei
Nach Rapid: So geht es dem Neo-Kölner Louis Schaub
Fußball International
Hommage an Jürgens
„The Hoff“: „Mit 66 Jahren fängt das Leben an“
Video Stars & Society

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.