29.09.2007 19:16 |

Klare Mehrheit

Erwin Huber zum neuen CSU-Chef gewählt

Mit klarer Mehrheit ist der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber zum neuen Vorsitzenden der bayerischen Regionalpartei CSU gewählt worden. Mit 58,2 Prozent der Stimmen setzte sich Huber am Samstag auf dem CSU-Parteitag in München gegen den deutschen Landwirtschaftsminister Horst Seehofer durch, der 39,1 Prozent bekam. Auf Vorschlag Hubers wurde Seehofer anschließend mit 91,8 Prozent als Stellvertreter wiedergewählt. Der bisherige CSU-Chef Edmund Stoiber wurde zum Ehrenvorsitzenden der Partei gekürt.

Der designierte bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein wurde vom Parteitag zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2008 gewählt. Die umstrittene Fürther Landrätin Gabriele Pauli erhielt als dritte Kandidatin für den CSU-Vorsitz lediglich 2,5 Prozent der Stimmen. Zuvor hatte sie Beckstein vorgeworfen, sie zu diffamieren, und damit für einen Eklat gesorgt.

Huber dankte dem Parteitag für das Vertrauen und schlug Seehofer sofort zur Wiederwahl als stellvertretender Parteichef vor. "Ich bitte alle, dass wir zusammenstehen und zusammenhalten, wir stehen vor großen Herausforderungen." Er könne der großen Verantwortung nur gerecht werden mit der Unterstützung aller.

Stoibers großes Erbe wahren
Er werde Stoibers großes Erbe wahren und die Eigenständigkeit der CSU im Verhältnis zur Schwesterpartei CDU auch in der Großen Koalition bewahren. "Die CDU muss wissen, sie braucht eine starke CSU, um in Deutschland regieren zu können", sagte Huber. Die CSU müsse bei der Bundestagswahl 2009 in Bayern mehr als 50 Prozent erreichen, so dass in Berlin nicht gegen die Union regiert werden könne. Die CSU stehe mit Umfragewerten zwischen 53 und 58 Prozent so gut da wie keine andere Partei in Deutschland. "Deshalb müssen wir die CSU auch nicht neu erfinden."

Während Pauli sagte, das Ergebnis sei für sie nicht so wichtig, zeigte sich Seehofer mit seinem Abschneiden "wirklich" zufrieden. "Das ist bei der Konstellation das, was möglich ist", sagte er nach der Wahl. Huber gratulierte er für den "tollen Kampf". Der neue CSU-Chef versprach seinem Kontrahenten, "ein Vorbild an Partnerschaft" sein zu wollen. Huber hatte 558 der 959 Delegiertenstimmen erhalten.

Stoiber verspricht volle Unterstützung
Stoiber übergab den Parteivorsitz mit einem leidenschaftlichen Appell, das Erbe der CSU als erfolgreichste Partei Europas zu wahren. Er versprach seinen Nachfolgern volle Unterstützung und rief die künftige Doppelspitze auf: "Macht einen Vorteil daraus und haltet mir die CSU zusammen!" Die CSU müsse eine konservative Volkspartei bleiben, die eine Heimat für alle Menschen biete.

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