02.09.2007 20:11 |

ETA unter Verdacht

Bombe in Nordspanien explodiert

Auf eine Autobahn in Spanien ist am Sonntag ein Sprengstoffanschlag verübt worden, bei dem aber niemand verletzt wurde. Zeitgleich wurde nach Angaben der Behörden ein Teilstück einer anderen Autobahn gesperrt, weil es auch dafür eine Bombenwarnung gab. Am Samstag war der französischen und spanischen Polizei mit der Festnahme von vier mutmaßlichen Top-Terroristen ein schwerer Schlag gegen die baskische Untergrundorganisation ETA gelungen.

Die baskische Autobahnmeisterei DYA teilte mit, dass ein anonymer Anrufer am frühen Nachmittag angerufen und vor einem Sprengsatz an einer Autobahn in der Nähe der Stadt Fuenmayor im Norden des Landes gewarnt habe. Auf die Frage, ob der Anrufer im Namen der baskischen Untergrundorganisation ETA anrief, sagte eine DYA-Sprecherin: "Sie haben uns nur informiert, dass der Sprengstoff platziert wurde. Aber wir nehmen an, dass es diese Art von Anrufen war."

Antiterror-Kreisen zufolge explodierte der Sprengstoff auch, richtete aber keinen Schaden an. Ebenfalls eine Warnung gab es für die Autobahn bei Torrelavega ebenfalls im Norden des Landes. Dort wurde deshalb nach Behördenangaben ein Teilstück der Autobahn gesperrt.

Die ETA hatte vor drei Monaten ihren bis dahin geltenden Waffenstillstand aufgekündigt. Sie warnt vor Anschlägen eigentlich immer per Telefon. Nur am 24. August tat sie es nicht, als bei einem Anschlag zwei Polizisten getötet wurden.

Terrorkommando plante Anschlag: Festgenommen
Am Samstag wurde in Südfrankreich vier mutmaßliche ETA-Führungsmitglieder festgenommen. Die Beamten machten in Cahors bei Toulouse in Südfrankreich ein Terrorkommando dingfest, das gerade einen Anschlag mit einer Autobombe vorbereitete.

Unter den Festgenommenen sei der mutmaßliche stellvertretende Militärchef der ETA, Ohian Barandalla Goni, teilte der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba mit. Außerdem sei der führende Sprengstoffexperte der ETA, José Luis Iruretagoyena Lanz alias "Suni", gefasst worden. "Die Polizeiaktion war von enormer Bedeutung", betonte der Minister.

Das in Frankreich festgenommene Quartett, drei Männer und eine Frau, bildete nach Angaben des Ministers den "harten Kern" des Terrorkommandos, das den ETA-Anschlag Ende 2006 auf den Madrider Flughafen verübt hatte. Damals waren bei der Explosion einer Autobombe zwei Menschen getötet und ein Parkhaus zerstört worden.

Die Festgenommenen waren demnach auch an dem gescheiterten Anschlag vor einer Woche an der spanischen Mittelmeerküste beteiligt: Die ETA wollte ein Attentat mit einer Autobombe mit über 100 Kilogramm Sprengstoff in der Region Valencia verüben. Die Terroristen fühlten sich jedoch von der Polizei verfolgt und zündeten ihre Bombe in unbewohntem Gebiet auf einem Feld.

Seit die ETA Anfang Juni ihre Waffenruhe aufkündigte und zur Strategie des Terrors zurückkehrte, wurden 26 mutmaßliche Mitglieder der Organisation festgenommen, davon 18 in Frankreich. Die ETA kämpft für ein unabhängiges Baskenland. Bei Anschlägen der Organisation sind seit 1968 mehr als 800 Menschen getötet worden.

Symbolbild

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