Die fünfte Jahreszeit ist in vollem Gange – und mit ihr eine Hochphase für Alkohol, Limo, Krapfen und kulinarische Sünden, die im Fasching dazugehören. Während viele feiern, arbeitet ein Organ im Hintergrund auf Hochtouren: die Leber. Fruktose, und nicht nur Hochprozentiges, gelten als große Feinde.
Nicht nur im Fasching wird sichtbar: Die Fettleber – lange als Problem stark übergewichtiger Menschen gesehen – ist heute zur Volkskrankheit geworden. Dr. Christian Maté, Wiener Allgemeinmediziner und Vorsorge-Experte, betont: „Auch Normalgewichtige können betroffen sein.“ Vor allem, wenn sie viel Fruktose zu sich nehmen. Besonders im Fasching, mit seinen süßen Getränken und Naschereien, steigt der Konsum rasant. Zu viel Alkohol verschärft das Problem noch.
Die Leber wird fetter
„Fruktose gilt als echter Treiber der Fettleber: Vor allem Zucker aus Softdrinks und stark verarbeiteten Lebensmitteln fördert die Fetteinlagerung in der Leber“, erläutert der Mediziner. Der Grund: Während Traubenzucker im ganzen Körper verarbeitet wird, landet Fruktose direkt in der Leber. „Dort kurbelt sie die Fettproduktion massiv an“, so Dr. Christian Maté. Dauerhaft hohe Mengen führen zu Entzündungen, Insulinresistenz und letztlich sogar zu einer Verschlechterung der Fettleber bis hin zur Fibrose.
Auch wenn Fruktose den heimlichen Bösewicht darstellt, darf man nicht vergessen, dass sich das Problem der alkoholbedingten Lebererkrankungen in den vergangenen Jahren weltweit verschärft hat. Nach wie vor ist Alkohol einer der wichtigsten Risikofaktoren für Zirrhose und Leberkrebs – auch in Österreich. Besonders seit der Pandemie hat sich die diesbezügliche Sterblichkeit vervielfacht. Und im Fasching greifen die meisten zu dem einen oder anderen Glas.
Abnehmen ist bei übergewichtigen Fettleber-Patienten eine der wirksamsten Therapien – darin sind sich Experten einig.

Dr. Christian Maté, Allgemeinmediziner und Vorsorge-Experte, Wien
Bild: Eva Manhart
Zucker sowie Alkohol reduzieren
Die gute Nachricht: Studien zeigen, wie stark die Leber auf Lebensstilmaßnahmen reagiert. Schon kleine Schritte haben laut Experten große Effekte. „Bereits fünf Prozent weniger Körpergewicht können bei Fettleber-Patienten Entzündungen senken und die Leberwerte deutlich verbessern. Wer es schafft, sein Gewicht um zehn Prozent zu reduzieren, kann sogar die Lebervernarbung positiv beeinflussen.“
Studien zeigen überdies, dass die Leber auf eine gezielte Reduktion von Zucker besonders gut reagiert: Wer zuckerhaltige Getränke meidet und Fruktose reduziert, kann den Fettgehalt der Leber deutlich senken. Die Empfehlung der Spezialisten ist eindeutig: „Experten raten daher klar dazu, zugesetzten Zucker – besonders Fruktose – möglichst zu begrenzen, um die Leber zu schützen.“
Bewegung und gesunde Ernährung
Neben der Gewichtsreduktion nennt der Mediziner Bewegung als Schlüssel zu einem gesunden Entgiftungsorgan. „Regelmäßige Bewegung ist entscheidend: Drei Stunden Ausdauertraining pro Woche helfen der Leber messbar“, erklärt Dr. Christian Maté. Moderates Training – also zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen – wirke direkt gegen die Fettleber.
Auch gesunde Ernährung kann zum regelrechten Leber-Retter werden, etwa die mediterrane Küche. „Die mediterrane Ernährung kann Fett in der Leber reduzieren und die Insulinwirkung deutlich verbessern.“ Viel Gemüse, Olivenöl, Fisch und frische, unverarbeitete Lebensmittel seien besonders empfehlenswert für Betroffene, betont der Experte. Experten raten auch Normalgewichtigen mit Fettleber zu mediterraner Kost.
Zusätzlich lohnend: Kaffee. Studien deuten darauf hin, dass regelmäßige Kaffeetrinker seltener an Fettleber und fortgeschrittener Leberfibrose leiden.
Für die fünfte Jahreszeit gilt: Genuss gehört zum Leben dazu. Der Arzt plädiert jedoch für bewusste Entscheidungen. Wer einen Krapfen isst, kann auf das zweite süße Getränk verzichten. Wer abends Alkohol trinkt, solle tagsüber zuckerarm essen. Die Leber ist glücklicherweise ein unglaublich regenerationsfähiges Organ.
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