12.02.2007 17:43 |

Grammy-Awards '07

Dixie Chicks räumen die begehrtesten Grammys ab

Mit dem ersten Auftritt des britischen Rock-Trios Police seit 23 Jahren hatte am Sonntagabend in Los Angeles die 49. Grammy-Gala begonnen. Es war eine Live-Show der Superlative: Auftritte von Top-Stars wie Christina Aguilera, Lionel Richie und Beyoncé wurden aus dem Stapels Center in alle Welt übertragen. Soul-Diva Mary J. Blige hatte mit acht Nominierungen die besten Trophäenchancen. Das rebellische Country-Trio „Dixie Chicks“ hat mit seinem Song „Not Ready to Make Nice“ und dem Album „Taking the Long Way" aber die Hauptpreise bei der 49. Grammy-Gala in Los Angeles gewonnen.

Die drei Sängerinnen, die aus ihrer Einstellung gegen US-Präsident Bush keinen Hehl machen, werteten die höchste Auszeichnung in der Nacht auf Montag als politische „Botschaft“ der Juroren. Die Entscheidung der Grammy-Akademie in der Kategorie „bestes Album“ war eine Überraschung, die meisten Fachleute hatten die Soul-Diva Mary J. Blige als Favoritin gesehen. Die Dixie Chicks setzten sich im Rennen um den Top-Preis zudem gegen den britischen Schmusesänger James Blunt, die Soulsängerin Corinne Bailey Rae und das Hip-Hop-Duo Gnarls Barkley durch.

Country-Rebellen: die Dixie Chicks
Insgesamt behaupteten sich die drei Schönheiten in fünf Kategorien - und krönten damit jede ihrer Nominierungen mit einer Trophäe. „Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben sprachlos“, bekannte Natalie Maines vor dem Galapublikum im Staples Center. Sie hatte 2003 im Vorfeld des Irakkrieges mit ihrer Kritik an US-Präsident George W. Bush den mehrjährigen Boykott ihrer Gruppe durch amerikanische Countrysender heraufbeschworen. Die Frauen hatten sogar Morddrohungen erhalten. Ihr Grammy-Segen wurde von Kritikern in ersten Reaktionen als Versöhnungsgeste der Musikindustrie gewertet.

Chili Peppers erhalten Grammy für „Best Rock Album“
Zu Mehrfachgewinnern wurden auch die Red Hot Chili Peppers. An die kalifornischen Altrocker gingen die Grammys für das beste Rockalbum („Stadium Arcadium“) den Rocksong („Dani California“) und die Rockmusik einer Gruppe. Das goldene Grammaphon wurde der Gruppe von dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore überreicht. Die US-Sängerin Carrie Underwood wurde mit einem Grammy als „beste neue Künstlerin“ ausgezeichnet. Die 23-Jährige nahm die begehrte Trophäe aus den Händen von Jazzlegende Nat King Cole entgegen. Underwood hatte ihre Karriere erst 2005 mit einem Gewinn bei der Castingshow American Idol gestartet. Nach ersten erfolgreichen Singles wurde ihr Debütalbum „Some Hearts“ auf Anhieb ein Riesenerfolg. Es war 2006 laut Billboard-Charts die meistverkaufte Platte des Jahres.

"Beste Popsängerin" Christina Aguilera mit James-Brown-Tribut
Die Pop-Diva Christina Aguilera und der Blues-Barde John Mayer wurden erneut als beste Pop-Sänger geehrt. Christina Aguilera hat nicht nur bei ihrer Dankesrede Applaus bekommen: Mit einem Tribut an den toten „Godfather of Soul“, James Brown, hat sie begeisterten Beifall geerntet. Die 26-Jährige sang „It's a Man's World“ in einem weißen Hosenanzug und zeitweise in eine weiße Wolke gehüllt. Dabei ahmte sie die Verrenkungen nach, die zum Markenzeichen von Brown gehörten, dem Wegbereiter des HipHop, Funk, Rap und Disco. Am Ende ihrer Vorstellung kniete Aguilera mit geschlossenen Augen und dem Mikrofon in der Hand am Boden.

Drei Grammys für Mary J. Blige - Bob Dylan ausgezeichnet
Mary J. Blige nahm für ihr Comeback-Album „Breakthrough“ am Ende dann insgesamt drei Trophäen entgegen, darunter das begehrte Grammophon für das beste R&B-Album. „Ich danke Gott für das Album und für die Auszeichnung“, sagte Blige, deren CD sich weltweit schon sechs Millionen Mal verkauft und der schwarzen Sängerin ein Dutzend Preise eingebracht hat. Der US-Jazzsänger Tony Bennett und Soul-Legende Stevie Wonder wurden für ihren Song „For Once in My Life“ gemeinsam mit einem Grammy ausgezeichnet. Grammy-Erfolg auch für die Folk-Ikone Bob Dylan: Sein viel gepriesenes Album „Modern Times“ wurde zum besten zeitgenössischen Folk-Album ernannt. Dylan gewann mit dem Song „Someday Baby“ auch den Titel des besten Solo-Rocksängers.

Keine Preise für Netrebko und die Wiener Philharmoniker
Leer ausgegangen sind sowohl die „La Traviata“-Aufnahme der Salzburger Festspiele 2005 mit Anna Netrebko und Rolando Villazon in der Kategorie „Best Opera Recording“ als auch Mahlers zweite Symphonie in einer Aufnahme der Wiener Philharmoniker in der Kategorie „Best Engineered Album, Classical“. Die Grammys gelten als wichtigste Preise der internationalen Musikbranche. Sie werden in mehr als 100 Kategorien vergeben.

Nach Gala-Auftritt: Fans hoffen auf Police-Reunion
Die Grammy-Feier brachte das britische Rock-Trio Police nach jahrzehntelanger Trennung erstmals wieder zusammen. Nach dem gemeinsamen Auftritt von Sting, Stewart Copeland und Andy Summers hoffen Fans nun auf ein echtes Comeback - mit nachfolgendem Album und ausgedehnter Tournee.

Die Gewinner der wichtigsten Kategorien
Platte des Jahres: Not Ready To Make Nice, Dixie Chicks
Album des Jahres: Taking the Long Way, Dixie Chicks
Song des Jahres: Not Ready To Make Nice, Dixie Chicks
Bester Neuer Künstler: Carrie Underwood
Beste Popsängerin: Ain't No Other Man, Christina Aguilera
Bester Popsänger: Waiting On The World To Change, John Mayer
Bestes Duo/Beste Gruppe: My Humps, The Black Eyed Peas
Beste Pop-Kollaboration: Tony Bennett & Stevie Wonder
Bestes Rock-Album: Stadium Arcadium, Red Hot Chili Peppers
Beste R&B-Sängerin: Be Without You, Mary J. Blige
Bester R&B-Sänger: Heaven, John Legend
Bestes R&B-Album: The Breakthrough, Mary J. Blige
Bestes zeitgenössisches R&B-Album: B'Day, Beyoncé

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