27.12.2006 07:31 |

38. US-Präsident

Früherer US-Präsident Gerald Ford gestorben

Der frühere US-Präsident Gerald Ford ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Dies erklärte seine Frau Betty am späten Dienstagabend im kalifornischen Rancho Mirage. Ford war der 38. Präsident der Vereinigten Staaten und der einzige, der nicht durch eine Wahl ins Amt kam: Er löste 1974 den wegen der Watergate-Affäre zurückgetretenen Präsidenten Richard Nixon ab.

In Fords Amtszeit fiel das Ende des Vietnamkriegs, der 1975 mit der Niederlage der USA endete. Bei der Wahl Ende 1976 unterlag der Republikaner dem Demokraten Jimmy Carter, der das Amt Anfang 1977 übernahm.

Ford wurde von allen bisherigen Präsidenten der USA am ältesten. In jüngster Zeit musste er sich aber immer wieder wegen gesundheitlicher Probleme im Krankenhaus behandeln lassen. Im August erhielt er einen Herzschrittmacher, im Jänner 2006 lag er wegen einer Lungenentzündung knapp zwei Wochen im Krankenhaus. 2000 erlitt Ford einen oder mehrere leichte Schlaganfälle.

Schwierige Amtsperiode
Ford konnte als Präsident die US-Wähler nur wenig überzeugen. Seine Amtszeit fiel in die schwierige Zeit nach Watergate und dem Vietnam- Krieg. Sie war geprägt von einer schwächelnden US-Wirtschaft, selbst wenn diese auch angesichts internationaler Faktoren wie der Ölkrise ins Trudeln kam. Hinzu kam, dass die Demokraten infolge der Watergate-Affäre bei den Kongresswahlen 1974 die Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus gewannen. Dies schränkte die Handlungsfähigkeit des Präsidenten merklich ein.

Ford einte die USA nach dem Vietnam-Krieg
In seiner letzten Rede zur Lage der Nation im Jänner 1977, betonte der damals schon abgewählte Ford, es sei ihm gelungen, die in Folge des Vietnam-Krieges gespaltene Nation wieder geeint und das Vertrauen in das Amt des Präsidenten nach Nixon wieder gestärkt zu haben. Experten sahen dies ähnlich und schätzten Fords Präsidentschaft höher ein als von der Bevölkerung allgemein empfunden.

Vielen Österreichern ist Ford wegen seines spektakulären Ausrutschers bei einem Besuch im Juni 1975 in Salzburg in Erinnerung. Beim Aussteigen aus der US-Präsidentenmaschine stürzte er damals die Gangway hinunter.

Nach dem Tod von Ronald Reagan vor zwei Jahren war Gerald Ford der älteste noch lebende Ex-Präsident der USA. Außer ihm leben noch drei ehemalige Präsidenten: der Vater des jetzigen Chefs im Weißen Haus, George Bush (82) aus Texas, Jimmy Carter (81) und Bill Clinton (60).