So, 21. Oktober 2018

WM-Qualifikation

05.10.2017 07:08

Alarmstufe Rot! Prater fest in serbischer Hand

Auf die Koller-Elf wartet am Freitag im Happel-Oval ein Auswärtsspiel. Eine Trennung der Fans ist nicht möglich, der Verband stockt Securitys auf. Geschäftsführer Neuhold betont: "Wir können nur an Vernunft  appellieren."

"Das ist doch geil. Jeder spielt lieber in einem vollen Stadion." Die (Vor-)Freude von Teamchef  Koller können nicht alle teilen. Über 40.000 Tickets sind für Freitag weg. Aber mehr als die Hälfte ging an serbische Fans. Daher herrscht beim ÖFB Alarmstufe Rot. Die Securitys werden aufgestockt, die Kontrollen verschärft.

Matic freut sich auf ein "Heimspiel"
"Diese Atmosphäre wird uns helfen, das wird ein Heimspiel", freut sich Serbiens Superstar Nemanja Matic im Gespräch mit der "Krone". Der Manchester-Legionär kennt die Euphorie in seiner Heimat. Nach drei verpatzten Qualifikationen können die Serben ihr Russland-Ticket fixieren. Das sorgt für Ausnahmezustand. In Belgrad. Und im Wiener Prater. Wo zuletzt beim 1:1 gegen Georgien nur 13.400 Fans kamen. Jetzt sind 40.000 Tickets weg. "Wir können auch nur spekulieren, es aber nicht genau quantifizieren", rechnet selbst ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold, dass die Hälfte der Karten an serbische Fans ging. Mindestens.

Beim Vorverkauf war der Reisepass auch kein Kriterium: "Das hätte letztlich auch gar keinen Sinn gemacht", so Neuhold. "Denn viele mit österreichischem Pass unterstützen die Heimat ihrer Eltern." Zwar gingen offiziell - laut Reglement - nur fünf Prozent (also 2700 Tickets) an den serbischen Verband. Aber der ÖFB deklarierte sicherheitshalber gleich eine ganze Kurve (Sektoren A und F) über drei Ränge für die heißblütigen Gästefans.

Und selbst das wird nicht reichen. "Es wird auf den Längsseiten zu Vermischungen kommen. Eine Trennung ist einfach nicht möglich", weiß Neuhold. "Da können wir nur an die Vernunft aller appellieren."

Dauerkontakt mit Polizei
Und natürlich versucht der ÖFB, auf alles vorbereitet zu sein. Der Anzahl der Securitys im und rund ums Stadion wurde auf 650 aufgestockt. "Wir sind mit der Polizei permanent in Kontakt, spielen allfällige Szenarien durch", sagt Neuhold. Auch die Einlasskontrollen werden zusätzlich verschärft, zumal bengalische Feuer im Balkan-Raum sehr "beliebt" sind, die FIFA schon mehrmals zur Kassa gebeten hat. Was Bernhard Neuhold verhindern will, aber realistisch sieht: "Wir brauchen nicht so naiv sein, zu glauben, dass man bei einer Perlustrierung alles finden kann." Umso mehr herrscht Alarmstufe Rot!

Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung

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