Mi, 19. September 2018

Ende als Teamchef

29.09.2017 09:02

Marcel Koller: "Ich gehe mit Anstand"

Die Art und der Zeitpunkt seines Endes als ÖFB-Teamchef verwundert Marcel Koller. Kritik gibt’s nur durch die Blume. Pervan und Wolf sind beim Quali-Abschluss neu dabei.

Zwei Wochen nachdem ÖFB-Boss Windtner das Ende von Marcel Koller angekündigt hatte, nahm am Donnerstag - im Zuge der Kaderbekanntgabe für den WM-Quali-Abschluss gegen Serbien und Moldawien - auch Österreichs Noch-Teamchef Stellung: "Ich lasse mich nicht hängen, gehe mit Anstand." Aber nicht freiwillig. "Wenn ein Vertrag ausläuft, haben beide Seiten die Möglichkeit, sich zu verändern. Das war alles korrekt", sagte der Schweizer. Und ließ nur zwischen den Zeilen erahnen, dass er gerne geblieben wäre:  "Die Entscheidung wurde mir abgenommen, dazu ist alles gesagt."

Vor allem aber verwunderten ihn Art und Weise des Schlussstrichs: "Es wäre besser gewesen, das nach den zwei Spielen zu verkünden. Da hätte es nach außen nur ein Wort gebraucht." Eine Kritik an ÖFB-Boss Leo Windtner. Ob er auch noch den Lehrgang im November, was völlig sinnlos wäre, leitet, lässt sich Koller offen: "Ich plane bis Dezember in Österreich." Da geht’s nicht nur ums Geld, sondern vor allem darum, wann ein Nachfolger präsentiert wird.

Wobei sich Koller bei den Entscheidungsprozessen des ÖFB auf die Zunge beißt. Zumal ihn ja einige Landesverbandspräsidenten bereits vorab abgeschossen hatten: "Ich bin sechs Jahre hier, war einmal bei einer Präsidiumssitzung. Aber da wurde ich kaum etwas gefragt. Ich wollte immer mit einer Meinung geschlossen nach außen treten. Scheinbar wissen einige Leute mehr. Ich bin nur ein Angestellter, muss das akzeptieren."

Eine Lanze für Willi
Jetzt ist es ihm wichtig, "mit Anstand zu gehen. Man muss sich in die Augen schauen können." Das erwartet er auch von den Spielern (mit LASK-Goalie Pavao Pervan und dem Salzburger Hannes Wolf sind zwei Neue dabei) zum Quali-Abschluss gegen Serbien (6. 10. in Wien) und in Moldawien (9.10.). "Da wird sich keiner hängen lassen, sonst greife ich durch." Für den angezählten ÖFB-Sportchef Willi Ruttensteiner bricht er eine Lanze: "Wenn du 18 Jahre da bist, kann nicht so viel schlecht gewesen sein." Und dennoch spürt man: Das ist nicht mehr sein Kaffee.

Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung

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