Mo, 25. Juni 2018

Reaktionen auf Trump

20.09.2017 09:24

"Mutigste Rede seit 30 Jahren", "Kriegserklärung"

Staatsoberhäupter, Regierungschefs und Außenminister von 193 Staaten saßen am Dienstag im UNO-Hauptquartier in New York, als US-Präsident Donald Trump zu seiner großen außenpolitischen Rede ausholte. Die Drohungen gegen "Rocket Man" Kim Jong Un und die Betonung der "America First"-Politik wurden international vorwiegend kritisiert. Lediglich Israels Premier Benjamin Netanyahu sprach von der "mutigsten Rede seit 30 Jahren".

Die Welt sei an einem Scheideweg - Terroristen, kriminelle Kartelle und vor allem autoritäre Regime bedrohten nicht nur den Weltfrieden, sondern auch Wohlstand und Wertekanon. Trump brauchte keine lange Herleitung, um schnell zur Sache zu kommen. Nordkorea, Iran, Syrien, Venezuela - die bösen Buben der Weltpolitik sind schnell gefunden. Der Höhepunkt seiner Droh-Rede ist definitiv die Passage, als Trump dem "Raketenmann" in Nordkorea mit "totaler Vernichtung" droht. Das Regime in Pjöngjang hat noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben, andere "Schurkenstaaten" haben schon reagiert.

Iran: "Solche Hassreden gehören ins Mittelalter"
Der Iran verurteilte die "Hassrede" des 71-Jährigen. "Solche Reden gehören ins Mittelalter und nicht ins 21. Jahrhundert", twitterte Außenminister Mohammad Javad Zarif. Daher sei es für Teheran auch unwürdig, auf diese Rede überhaupt einzugehen.

Venezuela: "Trump vertritt eine rassistische Theorie"
Venezuela warf den USA eine "Bedrohung" seiner Souveränität vor. Die Kritik an der Regierung von Präsident Nicolas Maduro sei "rassisitsch". "Wir akzeptieren weder Drohungen von Trump noch von irgendjemandem in der Welt", sagte der venezolanische Außenminister Jorge Arreaza vor Journalisten in New York. Trump vertrete eine "rassistische Theorie" und stehe für eine "Rückkehr zum Kalten Krieg". Trump hatte die Zustände unter der "sozialistischen Diktatur" in Venezuela als "inakzeptabel" bezeichnet. Die USA könnten deshalb nicht untätig bleiben. "Wir müssen ein Ziel haben: die Wiedergewinnung der Freiheit, das Land wieder in die Spur bringen und die Demokratie zurückgewinnen", lautete seine Forderung.

Merkel: "Es gibt nur eine diplomatische Lösung"
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte davor, die Welt ins "Unglück" zu stürzen: "Für mich, für die ganze Bundesregierung gibt es hier nur eine diplomatische, friedliche Lösung dieses Konflikts. Alles andere führt ins Unglück. Davon bin ich überzeugt." Sie werde sich für eine friedliche Lösung "mit allem einsetzen, was ich an Kraft habe", sagte Merkel.

Van der Bellen: "Das war eine Kampfansage an die EU"
"Enttäuscht" zeigte sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen von Trumps mit Spannung erwartetem Auftritt. "Wenn ich es boshaft formulieren will, war das eine Rede an seine Wähler in der US-Provinz." Trump habe der "Renationalisierung" das Wort geredet. "Das war eine Kampfansage an die EU", so Van der Bellen. Dabei sei die Europäische Union gerade dabei, sich zu besinnen, "dass man gemeinsam mehr erreicht als jeder für sich alleine". Für die europäischen Länder sei dies aber "eine Existenzfrage".

Trump habe zudem Länder genannt, "die im Visier der USA stehen", erinnerte der Bundespräsident. Nordkorea könne er noch nachvollziehen, anders sei dies aber im Fall des Iran und dem unter anderem in Wien ausgehandelten Atomabkommen, das Trump zuletzt wiederholt infrage gestellt hat. "Alle europäischen Länder sind der Meinung, dass der Iran das Abkommen auf Punkt und Beistrich erfüllt. Trump hat auch nicht gesagt, was der Iran nicht erfüllt", sagte Van der Bellen.

Netanyahu: "Wahrheit über große Gefahren"
Von den Staats- bzw. Regierungschefs äußerte sich lediglich Israels Premier Netanyahu positiv über die Worte Trumps. "In meinen mehr als 30 Jahren Erfahrung mit den Vereinten Nationen habe ich noch nie eine kühnere oder mutigere Rede gehört", sagte Netanyahu.

"Präsident Trump hat die Wahrheit über die großen Gefahren ausgesprochen, denen unsere Welt gegenübersteht." Trump habe dazu aufgerufen, "diesen entgegenzutreten, um die Zukunft der Menschheit zu sichern", betonte Netanyahu.

 krone.at
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