Gesetze verschärft
Bali: Touristen droht Haft für außerehelichen Sex
Auf der Trauminsel Bali in Indonesien gilt seit Anfang des Jahres ein neues Gesetz, das auch verliebten Touristen zum Verhängnis werden könnte. Außerehelicher Sex ist dort nun streng verboten – es droht eine Haftstrafe von einem Jahr.
Das neue Gesetz wurde im November vom indonesischen Parlament ratifiziert. Zuvor war in Indonesien lediglich der Ehebruch verboten – nun ist auch außerehelicher Sex tabu. Zudem ist es für nicht verheiratete Paare nicht gestattet, zusammenzuleben. Die lokalen Gesetze gelten auch für Touristen.
Strafverfolgung nur nach Beschwerde
Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass Urlauber, die gegen die strengen Maßstäbe verstoßen, tatsächlich mit einer Haftstrafe rechnen müssen. Denn der Straftatbestand wird von den Behörden nur nach einer Beschwerde verfolgt – und die kann nur von jemandem eingebracht werden, der mit einem der „Täter“ in Verbindung steht.
So können betrogene Ehepartner, aber auch Kinder und Eltern einen dementsprechenden Vorfall melden. Unverheiratete Urlauber, die als Paar unterwegs sind, müssen sich also nicht vor einer Razzia in ihrem Hotelzimmer fürchten.
Tourismusverband übt scharfe Kritik
Der stellvertretende Leiter des indonesischen Tourismusverbandes, Maulana Yusran, sieht die Gesetzesänderung dennoch kritisch: Diese sei „kontraproduktiv“, da sich die Tourismusbranche nach der Corona-Pandemie gerade erst zu erholen beginne. „Hotels und andere Beherbergungsbetriebe sind für Touristen wie ein zweites Zuhause. Mit der Ratifizierung dieses Strafgesetzbuches sind Hotels nun problematische Orte“, warnte er.
Menschenrechtsorganisation besorgt
Auch Menschenrechtsorganisationen bemängeln diesen Schritt: Die Bestimmungen würden „schwerwiegend gegen internationales Menschenrechtsrecht und internationale Menschenrechtsstandards“ verstoßen, erklärte die Organisation Human Rights Watch. Das Gesetz beinhalte „unterdrückende und vage Bestimmungen, die Eingriffen in die Privatsphäre sowie selektive Strafverfolgung Tür und Tor öffnen, wodurch es der Polizei ermöglicht wird, Bestechungsgelder zu erpressen, Gesetzgebern, politische Gegner zu schikanieren, und Beamten, gewöhnliche Blogger einzusperren“.
Neben dem Sex-Verbot für unverheiratete Paare traten noch andere Gesetzesänderungen in Kraft. So steht nun auch die Ausübung von schwarzer Magie, die Beleidigung des Präsidenten oder staatlicher Institutionen, die Verbreitung von Ansichten, die der Staatsideologie widersprechen und die Durchführung von Protesten ohne vorherige Ankündigung unter Strafe.










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