Die Kritik des Zillertaler Politikers Franz Hörl an einer Gutachterin und der Landesumweltanwaltschaft ruft Barbara Neßler und Gebi Mair von den Grünen auf den Plan. Sie sparen dabei nicht mit Kritik.
Die klaren Worte von Chef-Seilbahner und ÖVP-Nationalrat Franz Hörl zur Tourismus-Weiterentwicklung und zur Landesumweltanwaltschaft haben nicht allen gefallen. Vor allem den Grünen stößt die Kritik sauer auf.
„Die Wissenschaftsfeindlichkeit der ÖVP und ihres obersten Seilbahners Franz Hörl erreicht mit seinen aktuellen persönlichen Angriffen in der ,Krone’ erneut neue Gipfelhöhen. Diesen Anwürfen ist entschlossen entgegenzutreten. Es kann nicht sein, dass immer dann, wenn wissenschaftliche Fakten oder rechtsstaatliche Entscheidungen über Projekte nicht dem Wunsch einzelner Seilbahnbetreiber entsprechen, sofort die Keule ausgepackt und Gegnerinnen wie Gegner persönlich attackiert werden“, sagt NR Barbara Neßler, Tourismussprecherin der Grünen.
Zeiten der Zusammenschlüsse vorbei
Die Zeiten der allmächtigen Seilbahn-Kaiser, die sich alles auf zum Teil undurchsichtigen Wegen durchgesetzt haben, seien glücklicherweise vorbei. Das sollte inzwischen selbst den hartnäckigsten Verteidigern dieser alten Methoden klar sein.
Hier geht es längst nur noch um einen Verdrängungswettbewerb der Großen auf Kosten der Kleinen.

NR Barbara Neßler
Bild: Parlamentsdirektion/Johannes Zinner
„Auch die Ära der großen Skigebiets-Zusammenschlüsse ohne Rücksicht auf Verluste ist vorbei – das gilt besonders für den Raum zwischen Paznaun und Arlberg. Hier geht es längst nur noch um einen Verdrängungswettbewerb der Großen auf Kosten der Kleinen. Dieser ist weder im Sinne einer ausgewogenen, breit verteilten Wertschöpfung im Tourismus noch die richtige Antwort auf Overtourism und seine Folgen – von Verkehrschaos bis hin zu unbezahlbarem Wohnraum für Einheimische. In Zeiten der Klimakrise und rückläufiger Skifahrerzahlen verdienen jene, die unsere Natur gegen wirtschaftlich unsinnige Großprojekte verteidigen, unsere Unterstützung – nicht persönliche Angriffe“, sagt die grüne Politikerin.
Wir sind dafür, dass sich Skigebiete entwickeln. Aber nach innen und nicht nach außen durch ständig neuen Flächenverbrauch.

Klubobmann Gebi Mair
Bild: Johanna Birbaumer
Ähnlich auch der grüne Klubobmann im Landtag, Gebi Mair: „Immer, wenn Franz Hörl eine Entscheidung nicht passt, dann greift er Menschen persönlich an. Dass das Malfontal zwischen Kappl und St. Anton bisher von Liften unerschlossen ist und nach dem Tiroler Seilbahnprogramm auch bleiben soll, das wurde von den Höchstgerichten festgestellt – nicht von einzelnen Gutachterinnen oder der Landesumweltanwaltschaft.“
Dort, wo wirklich Naturjuwele und landwirtschaftliche Kulturflächen vorhanden seien, müssten diese auch weiterhin für die Tirolerinnen und Tiroler geschützt werden. „Wir sind dafür, dass sich Skigebiete entwickeln. Aber nach innen und nicht nach außen durch ständig neuen Flächenverbrauch. Die Zeit der großen Erschließungen ist auch angesichts der Entwicklungen beim Naturschnee vorbei“, so Mair.
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