Fr, 14. Dezember 2018

Multitasking ist out

16.09.2017 06:00

Mit Monotasking kommt man weiter

Mehrere Dinge gleichzeitig tun? Keine gute Idee, es funktioniert nämlich nicht und schadet der Gesundheit. Erfolgreicher ist, wer eine Aufgabe nach der anderen erledigt. Hängen Sie doch einmal das "Bitte-nicht-stören"-Schild an den Computer!

Noch kurz ein Blick auf das Smartphone, bevor wir schlafen gehen. In der Früh weckt uns dann entweder gleich die erste SMS oder der Handywecker. Während des Morgenkaffees geht es weiter mit dem Nachrichtencheck. Im Hintergrund laufen Radio und Frühstücksfernsehen. Im Auto gleich die Freisprechanlage anschließen, in der U-Bahn Mails lesen, telefonieren. Scrollen, wischen, senden. An der Arbeitsstelle angelangt, haben sich dann etliche unerledigte Aufgaben angesammelt - und die Hälfte wurde auch schon wieder vergessen. Denn dazwischen lag noch eine Besprechung, eine Diskussion mit den Kollegen und die Suchaktion nach einem nicht zugestellten Mail.

Ist ihnen jetzt schwindlig? Kein Wunder, dass psychosomatische Krankheiten, Schlafstörungen, Kurzatmigkeit, Vergesslichkeit, schlechte Laune, Rückenschmerzen, Kopfweh - die Liste ist beliebig erweiterbar - zunehmen.

"Multitasking gibt es nicht!", meint Edith Mohrenschildt, Geschäftsführerin in einem Kommunikationsunternehmen in Wien. "Schon telefonieren und dabei Mails beantworten funktioniert nicht. Letztendlich macht man bei beidem Fehler. Und schon muss man ein zweites Mal nachfragen. So geht viel mehr Zeit drauf, als wenn man eines nach dem anderen bewusst durchführt." Die Expertin hat dafür einen Begriff parat: Monotasking ist das Gebot der Stunde.

Aufmerksamkeit ist unteilbar
Eigentlich logisch, denn das Gehirn kann zwar mehrere Herausforderungen parallel bewältigen, aber nur, wenn sie das gleiche Ziel haben, etwa beim Bedienen einer Maschine oder beim Autofahren. Neueste Erkenntnisse aus der Hirnforschung zeigen, dass Entscheidungen zentrale Aufmerksamkeit benötigen, die unteilbar ist. Denn die meisten Denkanforderungen laufen auf mehreren Gehirnebenen ab, die verknüpft werden müssen. Psychologen der Humboldt-​Universität Berlin zufolge können wir immer nur eine solche Verbindung herstellen.

Die modernen Anforderungen machen uns da immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Edith Mohrenschildt hat daher in ihrem Büro einiges umgestellt, was nicht nur die Arbeitszufriedenheit des ganzen Teams verbessert, sondern auch Abläufe vereinfacht und die Leistung erhöht hat. Dazu gehören etwa "Action Cards" mit netten Worten und Sticker mit Motivations-Slogans. Denn: "Wer zufrieden ist, hat mehr Freude an der Arbeit und Freude ist ein Motivator."

Monotasking-Tipps:

  •  Ein wenig früher aufstehen, um einmal in Ruhe etwas zu essen und zu trinken. Erst dann Handy und Computer aufdrehen.
  •  Wenn etwas von gestern liegengeblieben ist, dieses erst abarbeiten, bevor man die neuen Mails liest.
  •  Bei Dingen, die hohe Konzentration erfordern, den Kollegen mitteilen: "Ich bin erst wieder um 11.00 ansprechbar", oder ein "Bitte nicht stören"-Schild aufhängen. In dieser Zeit die Pop-up-Fenster für Nachrichten deaktivieren bzw. nur beantworten, was unbedingt notwendig ist. Edith Mohrenschild: "Nicht zu verwechseln mit Faulheit - tatsächlich erfordert das Stärke! Disziplin und Lebensfreude gehören zusammen."
  •  Zeitpuffer einbauen, falls etwas länger dauert.
  •  Pausen machen!

Erwarten Sie zunächst nicht zu viel, die Umstellung geht langsam vor sich. Nach und nach kehrt aber der erholsame Schlaf zurück, Verspannungen lösen sich, die Konzentration steigt. Fangen Sie mit kleinen Veränderungen an, z. B. keine Telefonate mehr beim Essen, bei Gesprächen Augenkontakt halten, nicht rennen, sondern gehen. Um sich "umzuprogrammieren", muss man neue Handlungen 21 Mal wiederholen, damit das Gehirn sie abspeichert.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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