Mo, 23. Juli 2018

krone.at-Test

29.05.2017 10:56

"Ultra Street Fighter II: The Final Challengers"

1991 hat Capcom mit "Street Fighter II" einen Kult-Hit der Prügelspiel-Geschichte veröffentlicht, jetzt kommt der Klassiker auf Nintendos Switch zurück. Mit verbesserter Grafik, neuen Kämpfern und neuen Modi will man Kenner des Originals ebenso ansprechen wie Gamer, die nicht mit dem Original aufgewachsen sind. Ob sich die Neuauflage auszahlt, hat krone.at getestet.

Kaum ein Game wurde im Laufe der Jahrzehnte so oft neu aufgelegt wie "Street Fighter II". Auf das Spielhallen-Original aus dem Jahr 1991 folgten Versionen für Super Nintendo, Sony PlayStation, Sega Mega Drive, Sega Saturn, Dreamcast, PlayStation 2, PS3 und Xbox 360. Das neueste Remake ist nun für die Nintendo Switch erschienen und kostet 40 Euro.

Pixelig oder modern: Der Spieler hat die Wahl
Das Remake enthält das klassische "Street Fighter II" in Pixeloptik, kann aber auch in überarbeiteter HD-Grafik gespielt werden. Schade: Mitten im Spiel darf die Optik nicht gewechselt werden, der Wechsel muss im Hauptmenü stattfinden.

Zwei neue Kämpfer - böse Versionen von Ken und Ryu - sind an Bord, überdies hat Capcom einen neuen Modus extra für die neue Nintendo-Konsole eingebaut: den "Weg des Hado". Darin steuert man Kämpfer Ryu aus der Ich-Perspektive und wirft mithilfe der Bewegungs-Controller der Nintendo Switch mit Energiebällen um sich.

Auch bei den klassischen Modi gibt es eine neue Vielfalt: Neben "Versus"- und "Arcade"-Kämpfen gibt es mit dem "Kumpelkampf" nun einen Koop-Modus, außerdem dürfen sich die Spieler online mit anderen Kämpfern messen. Das fügt "Street Fighter II" in der Neuauflage eine moderne Komponente hinzu, im Kern handelt es sich aber immer noch um den Klassiker.

Gut ausbalanciert, optisch nicht ganz taufrisch
Das merkt man auch spielerisch: Obwohl zwei neue Kämpfer hinzugekommen sind, sind die einzelnen Recken immer noch gut ausbalanciert. Es mag auch daran liegen, dass sich die bösen Versionen von Ryu und Ken nicht viel anders spielen als ihre guten Vorbilder, im Test wirkt aber jedenfalls kein Kämpfer übermächtig.

Dabei bieten die einzelnen Kämpfer trotzdem viel Abwechslung: Alle haben ihren eigenen Stil und eigene Spezialangriffe. Kenner des Originals werden die Kombos, mit denen Ryu schon in den Neunzigern Energiebälle verschleuderte oder Blanka Gegner elektrisierte, schnell wieder parat haben. Und sie werden sich schnell an die Stärken und Schwächen der einzelnen Kämpfer erinnern.

Zum Problem dabei könnte ausgerechnet die Steuerung werden: Weil die Switch statt eines Steuerkreuzes vier einzelne Richtungstasten hat, muss man sich entweder mit diesen behelfen oder zum Analogstick greifen. Beides erschien uns im Test nicht so präzise wie ein Steuerkreuz, bei Kombos kam es oft zu Fehleingaben. Wer den Pro Controller der Switch hat, ist hier im Vorteil.

Nette Retro-Optik, aber keine Offenbarung
Optisch hinterlässt "Ultra Street Fighter II" einen guten Eindruck: Das Original wurde geschickt in einen modernen Comic-Grafikstil in höherer Auflösung überführt, durch den die Kämpfer einen ganz neuen Detailgrad erhalten. Auch die Arenen und das Publikum hat Capcom aufgehübscht. Wirklich modern ist die Optik trotzdem nicht, das sieht man schon allein an den hölzernen Animationen.

Optisch moderner kommt nur der Modus mit Bewegungssteuerung daher, hier ist aber durch das sich wiederholende Spielprinzip - im Prinzip bewirft man nur eine Gegnerwelle nach der anderen mit Spezialangriffen - wenig spielerischer Tiefgang drin. Als Demo für die Bewegungskontrolle der Switch mag das unterhaltsam sein, auf Dauer werden hier aber wohl nur wenige Spieler hängen bleiben.

Soundtrack in zwei Varianten verfügbar
Ein nettes Detail bei "Ultra Street Fighter II": Beim Sound kann der Spieler ebenso wie bei der Grafik zwischen dem Original und einer modernisierten Version wählen. Wer zum Original greift, wird mit nostalgischen MIDI-Klängen beschallt, die modernisierte Fassung entlockt den eingängigen Melodien neue Facetten.

Ebenfalls neu und durch die Controller-Limitierungen der Switch - im Multiplayer-Modus kann man je eine Hälfte der Joycon-Controller als einzelnes Mini-Gamepad verwenden - auch bitter nötig: Es gibt optional eine vereinfachte Steuerung, bei der man Kombos auf einzelne Knöpfe programmieren kann. Puristen dürfte das wie Cheaten vorkommen, es dürfte aber gerade Einsteigern, die mit der Steuerung nicht so gut klarkommen, eine Hilfe sein.

Potenzial hat "Ultra Street Fighter II" als Multiplayer-Kracher. Immerhin kann man es nicht nur klassisch zu zweit am TV-Gerät oder gegen Online-Gegner spielen, sondern die Switch auch unterwegs in eine Street-Fighter-Maschine für Bus oder Bahn verwandeln. Klar trüben hier die winzigen Controller und das kleine Display den Spaß, trotzdem versprechen die Möglichkeiten der Switch viel Kurzweil.

Fazit: "Ultra Street Fighter II: The Final Challengers" ist eine gelungene Neuauflage des Prügel-Klassikers und erfüllte im Test mit viel Nostalgie. Balance und Gameplay stimmen immer noch, überdies bietet das Remake einige kurzweilige Extras, von wechselbarer Grafik über den "Weg des Hado" bis hin zum Farb-Editor für die Kämpfer. Unserer Ansicht nach hätte man das aber auch als Download-Game statt als Beinahe-Vollpreistitel veröffentlichen können. Ein Preis von 40 Euro erscheint ob des Gebotenen doch etwas gewagt.

Plattform: Switch
Publisher: Nintendo
krone.at-Wertung: 6/10

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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