Fr, 18. Jänner 2019

"Ist nur Fußball"

25.05.2017 12:09

ManU-Stars widmen EL-Sieg den Terroropfern

Die Spieler von Manchester United haben ihren Triumph in der Europa League mit bewegenden Worten den Opfern des Terroranschlags in der englischen Stadt gewidmet. "Das ist nur Fußball. Aber was am Montag geschehen ist, ist schrecklich. Wir müssen überall auf der Welt für Frieden und Respekt kämpfen, damit es keine Anschläge mehr gibt", sagte Ander Herrera nach dem Finalsieg gegen Ajax Amsterdam.

Das sei enorm schwierig gewesen, betonte der Spanier Herrera, der als wertvollster Spieler ausgezeichnet wurde. "Aber der Coach hat uns gesagt, das Einzige, das wir tun könnten, sei, die Trophäe für die Opfer zu gewinnen." Mourinho meinte nach dem 2:0-(1:0)-Erfolg, er würde den Pokal nur allzu gerne für die Leben der Opfer eintauschen.

Wenig Mühe
Manchester United hatte trotz der tragischen Umstände nur wenig Mühe mit dem jungen und unerfahrenen Team des Gegners. Der Franzose Paul Pogba in der 18. Minute und der Armenier Henrich Mchitarjan (48.) verhalfen dem Favoriten vor 48.000 Zuschauern zum ersten Titel auf europäischer Bühne seit 2008 und damit dem Sechsten der Premier League doch noch zum Startrecht in der Königsklasse 2017/18.

Pogba, der im Sommer für die Rekordsumme von rund 105 Millionen Euro von Juventus zum englischen Rekordmeister gekommen war, wollte die Saison nicht schlechtreden lassen. "Es war das Ziel, die ganze Saison hindurch zu gewinnen. Das haben wir geschafft und wir sind stolz", sagte der Stürmerstar. Noch ohne ihn hatte ManU zu Saisonbeginn den Community Shield (englischer Supercup) und dann im Februar auch den Liga-Cup gewonnen.

Die Kassa klingelt
Der Jubel nach dem mit 6,5 Millionen Euro belohnten Erfolg - das Antreten in der Champions-League-Gruppenphase bringt weitere 12,7 Millionen - hielt sich aber in Grenzen. Mit einem Mannschaftsfoto mit dem Pokal schickte das Team eine Botschaft an seine schwer getroffene Stadt: "Manchester - a City United" stand auf einem roten Banner, das die Spieler in den Händen hielten. "Eine Stadt hält zusammen", sollte das unter Verwendung der Namen der rivalisierenden Fußball-Klubs City und United bedeuten.

ManU holte erstmals den Titel in der Europa League - Wayne Rooney nahm als eingewechselter Kapitän den Pokal im Empfang - und Mourinho gestaltete auch sein viertes Europacup-Endspiel als Trainer erfolgreich. "Ich erreiche die Champions League lieber so, als in der Liga Zweiter, Dritter oder Vierter zu werden", meinte der 54-jährige Portugiese, der zweimal die Champions League (mit Porto und Inter Mailand) und zweimal die Europa League (mit Porto und ManU) gewonnen hat.

Mourinho meinte aber auch, es sei schade für Zlatan Ibrahimovic, der seinen ersten Europacup-Titel nach Kreuzbandrissen auf Krücken vom Spielfeldrand seines einstigen Heimstadions in Solna verfolgen musste. Ob der Schwede und Rooney in der kommenden Saison noch dabei sein werden, ließen beide Spieler offen.

"Schwierige, aber gute Saison"
"Das ist das Ende einer sehr schwierigen, aber sehr, sehr guten Saison", erklärte Mourinho. "Wir haben unser Ziel erreicht." ManU hat nun als erst fünfter Verein nach Bayern München, Ajax, Chelsea und Juventus Turin alle drei Europacups inklusive des seit 1999 nicht mehr ausgespielten Cupsieger-Bewerbs gewonnen.

Aber nur als Champions-League-Teilnehmer ist der Club auch weiter für potenzielle neue Stars wie Antoine Griezmann von Atletico Madrid attraktiv. Immerhin haben sich durch den Erfolg in der Europa League die teuren Einkäufe des vergangenen Sommers ausgezahlt. Allein für die beiden Torschützen Pogba und Mchitarjan zahlte United 147 Millionen Euro.

Bei Ajax war die Enttäuschung groß. "Aber unser Trainer hat nach dem Spiel gute Worte gefunden. Wir können trotzdem stolz auf das sein, was wir geleistet haben, dass wir mit dieser jungen Mannschaft ins Finale gekommen sind", sagte der Deutsche Amin Younes.

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