25.04.2017 06:09 |

Moskau dementiert

US-General wirft Russen Bewaffnung der Taliban vor

Der Oberkommandant der US- und der internationalen Streitkräfte in Afghanistan, John Nicholson, wirft Russland vor, Waffen an die Taliban zu liefern. Angesprochen auf Berichte, wonach Russland die Islamisten am Hindukusch unter anderem mit Militärgütern unterstützt, sagte der US-General am Montag: "Das fechte ich nicht an." Die Waffen sollen Medienberichten zufolge den Kampf der Taliban gegen den IS erleichtern, kämen aber auch gegen die afghanischen Sicherheitskräfte zum Einsatz.

Es waren die bisher deutlichsten Äußerungen des Generals in diese Richtung. Bisher hatte er wie andere US-Regierungsvertreter vor allem einen "bösartigen Einfluss" Russlands in Afghanistan beklagt. Nicholson äußerte sich während eines Besuchs von US-Verteidigungsminister James Mattis in der afghanischen Hauptstadt Kabul zu den Vorwürfen. Der Minister sagte, jede Waffe, die von einem anderen Land aus nach Afghanistan eingeschleust werde, sei ein Verstoß gegen das Völkerrecht.

Moskau spricht lediglich von "Beziehungen zu Taliban"
Die Regierung in Moskau hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach sie die Taliban finanziell oder materiell unterstützt. Nach eigener Darstellung hält sie Beziehungen zu Taliban-Vertretern aufrecht, um Friedensverhandlungen auf den Weg zu bringen. Ein hochrangiger US-Militärvertreter sagte dagegen, Russland unterstütze die Taliban sehr wohl mit Geld und Waffen, insbesondere mit Maschinengewehren.

Die Sicherheitslage in Afghanistan ist angespannt, die Armee bereitet sich auf schwere Kämpfe gegen die Islamisten in den kommenden Monaten vor. Die Taliban kontrollieren große Gebiete in dem Land. Am Freitag hatten sie bei einem Angriff auf einen afghanischen Militärstützpunkt in Mazar-i-Sharif mindestens 140 Soldaten getötet. Der Verteidigungsminister und der Stabschef des Heeres traten deshalb zurück. Am Montag griffen die Taliban einen US-Stützpunkt im Osten Afghanistans an. Nach Angaben eines amerikanischen Militärsprechers gab es dabei offenbar mehrere afghanische Tote.

Bundesheer-Gebirgsjäger als Ausbildner in Afghanistan
In Afghanistan sind fast 9000 US-Soldaten sowie Tausende andere ausländische Militärkräfte stationiert, unter ihnen auch mehrere österreichische Gebirgsjäger. Sie bilden die afghanischen Streitkräfte aus.

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