19.01.2017 07:25 |

Firma klagt:

Filmpiraten jubeln YouTube illegal Pornos unter

Die Videostreaming-Website YouTube tut viel, um die Verbreitung illegaler Kopien zu unterbinden und scannt neu veröffentlichte Videos auf urheberrechtlich geschütztes Material. Film- und Pornopiraten haben aber eine Möglichkeit gefunden, diesen Mechanismus zu umgehen. Ein Pornoproduzent klagt gar, YouTube sei möglicherweise die größte illegale Streaming-Seite der Welt, ohne dass es der Google-Dienst bemerkt hätte.

Wie das Filesharing-Nachrichtenportal "TorrentFreak" berichtet, machen sich die Kriminellen dabei den Umstand zunutze, dass YouTube den Upload von Videos ohne Veröffentlichung gestattet. Die hochgeladenen Videos sind dann nur über private Links zugänglich und werden nicht auf urheberrechtlich bedenkliches Material gescannt.

Die Uploader können die Videos mithilfe der privaten Links über Dritt-Websites allerdings trotzdem einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Dem kalifornischen Pornohersteller Dreamroom Productions zufolge passiere das auch im großen Stil. Auf immer mehr Websites seien illegale Videos zu sehen, die von den Uploadern kostenlos bei YouTube gespeichert werden.

Videodienstleister des kriminellen Untergrunds?
YouTube sei sozusagen der Videodienstleister eines kriminellen Untergrunds, klagt Dreamroom Productions. Gespeichert werden die nicht offiziell veröffentlichten Videos dabei offenbar auf alten Googlevideo-Servern, das gehe aus den Links zu den Videos hervor. Rechteinhaber hätten zwar die Möglichkeit, solche illegalen Uploads zu melden, bis zur Löschung dauere es aber oft drei Wochen.

Google selbst hat sich zu der Problematik noch nicht geäußert, dem Pornoproduzenten zufolge bestehe aber Handlungsbedarf. "Sie erlauben es, dass sich diese Situation fortsetzt, indem sie dieses Schlupfloch nicht stopfen. Das könnte getan werden, indem man die Sharing-Funktion bei Videos mit solchen speziellen Einstellungen abschaltet", heißt es von Dreamroom Productions.

Pornoproduzent kämpft gegen Hosting-Schlupfloch
Der Pornoproduzent, der bekannt für seinen Kampf gegen illegale Inhalte im Netz ist, ist freilich nicht der einzige Betroffene des Video-Hosting-Schlupflochs. Dem Bericht zufolge werden auch massenhaft illegale Kopien von Kinofilmen oder Serien mithilfe dieses Tricks auf YouTube hochgeladen und anschließend auf externen Seiten verbreitet. Bei Dreamroom glaubt man, dass YouTube dadurch womöglich die größte Anlaufstelle für Videopiraterie geworden sein könnte.

Allerdings: Sollte YouTube das Teilen privater Videos künftig unterbinden, gibt es immer noch diverse andere Videodienste, die für die Verbreitung illegaler Inhalte verwendet werden könnten. Anbieter wie "StreamCloud" oder "Bitvid" hosten beispielsweise ebenfalls teils urheberrechtlich geschütztes Material, ohne dass die Betreiber im großen Stil dagegen vorgehen würden.

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