Sa, 21. Juli 2018

Tierfreunde entsetzt

26.11.2016 15:09

Schlittenhund "Bobbi" zu Einsamkeit verurteilt

Er jault und bellt verzweifelt, ist für jede streichelnde Hand dankbar - doch den Großteil der 24 Stunden eines Tages muss der kleine Schlittenhund "Bobbi" allein auf einer kahlen Terrasse in Jenbach verbringen. Denn ins Haus der Familie darf er nicht. Entsetzte Nachbarn schlugen Alarm, doch es änderte sich nur kurz etwas . . .

Eine Nachbarin will die Zustände, unter denen der Welpe leiden muss, nicht mehr länger mitansehen: "Der Hund hat ganz wenig Zuwendung. Bei Tag und Nacht höre ich ihn oft gellend bellen, es klingt einsam und verzweifelt. Wenn ich vorbeigehe und ihn streichle, höre ich ein ganz zaghaftes, leises Winseln." Das Zuhause des erst sechs Monate alten Samojeden ist eine Terrasse, die aus Beton und Ziegelsteinen besteht. Anfangs war sein Schlafplatz gar nur ein ausrangierter Kasten. "Keine Decke, kein gemütlicher Bereich, kein Spielzeug", ist die Tierfreundin entsetzt.

Auslauf nur kurz

Eine ander Anwohnerin beobachtet "Bobbi" schon seit dem Spätsommer: "Die Familie geht zwar mit ihm kurz in den Wald, aber immer den selben Weg. Und meist ist der Hund allein." Anfang Oktober fruchteten diese Schilderungen zunächst: Der zuständige Amtstierarzt Peter Kastlunger beschlagnahmte "Bobbi" und ließ ihn im Tierheim unterbringen, der hübsche Hund freundete sich bald mit Interessenten an. Doch die ausländische Familie (Besitzer ist ein Lehrling, der viel unterwegs ist) intervenierte bei der Behörde erfolgreich. Anfang November war der Hund wieder im alten "Gefängnis". Einzige Verbesserung: Der Verschlag ist nun größer. Der rechtliche Knackpunkt in dem Fall: Die Terrasse erfüllt rein formal gesehen die Anforderungen bezüglich Quadratmeterzahl.

Schlittenhund-Experte: "Reizarmut ist schlimm"

Dies lässt der Schwazer Tierarzt Markus Stieldorf nicht gelten. Er ist Spezialist für Schlittenhunde, begleitete zwölf Jahre lang das Nationalteam in aller Welt. "Es ist ein Drama, wenn ein junger Schlittenhund derart reizarm gehalten wird. Für ein Rudeltier ist diese Haltung ein enormer psychischer Stress", mahnt Stieldorf. Gerade Samojeden müssten dauernd beschäftigt werden. "Sie sind echte Arbeitstiere", verdeutlicht der Experte. Nicht nur er hofft auf ein anderes Leben für den kleinen Schlittenhund, so lange er noch keine Dauerschäden hat.

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