Sa, 23. Juni 2018

Potenzial verschenkt

14.11.2016 12:54

"WWE 2K17": Viel Wrestling-Show um nichts

Ist alles nur Show oder doch ernstzunehmender Sport? Die Meinungen darüber gehen beim Wrestling weit auseinander. Insbesondere dann, wenn es ein amerikanisches Hochglanzprodukt wie die WWE ist. Fakt ist, das diese mit ihrer Mischung aus Show, Sport und Artistik ein Millionenpublikum begeistert. Nicht verwunderlich also, dass 2K Sports mit seiner "WWE 2K"-Serie an dieser Popularität mitnaschen mag.

Seit Jahren präsentiert der Publisher deshalb das zum Spektakel passende Game, welches zuletzt allerdings zunehmend an Glanz eingebüßt hat. Bei Sportspielen ist es öfters gang und gäbe, dass sich Änderungen in teils sehr kosmetischen Verbesserungen erschöpfen. "WWE 2K" war hier keine Ausnahme: Nachdem die WWE ihre Marken RAW und Smackdown aufgesplittet und mit jeweils eigenem Roster ausgestattet hat, besteht jedoch durchaus Hoffnung auf einen Neustart der Wrestling-Serie von 2K.

Doch leider wird diese gleich zum Start empfindlich gedämpft: Die Neuaufstellung der WWE findet sich nicht im Spiel wieder, offenbar war die Zeit zu knapp. Insofern wäre es besser gewesen, den Release-Termin nach hinten zu verlegen. Versprochen werden immerhin mehr Wrestler als beim Vertreter des letzten Jahres. Das mag zwar stimmen, dass aber für einige der bekannten Vertreter nochmals gezahlt werden muss, hinterlässt mehr als nur einen bitteren Beigeschmack.

Zumal auch in punkto Technik wahrlich kein Feuerwerk abgebrannt wird. Dieselbe Grafik-Engine wie Jahr und Tag werkt im Hintergrund, grafische Änderungen sind somit mitunter nur mit der Lupe zu finden. Die schon sehr angestaubte Präsentation dürfte schlussendlich auf das Gemüt der Grafiker gedrückt haben - anders lässt sich die stark schwankende Qualität fast nicht erklären. Insbesondere die weiblichen Wrestler wirken lieblos hingeschludert, und das haben sich deren reale Vorbilder nun wirklich nicht verdient.

In dieser Tonart geht es leider nahtlos weiter: Die KI hätte einigen Spielraum geboten, um trotz der erwähnten Schwächen das Spiel einen entscheidenden Schritt nach vorne zu bringen. Fehlanzeige! Die bereits bei "WWE 2K15" an dieser Stelle angesprochenen Mängel existieren immer noch. Das ist ärgerlich und schade zugleich.

Bei den Spielmodi sorgt immerhin der Karrierepart für ein zaghaftes Lächeln. Hier wurden die Anregungen der Fans aufgenommen. Die Wrestler-Persönlichkeit kann nun, etwa bei Interviews, durch entsprechende Antworten geformt werden. Das dies allerdings nur in reiner Textform erfolgt, darf getrost als nicht mehr "State of the Art" bezeichnet werden. Die böse Überraschung folgt jedoch auf dem Fuß: Der Story-Modus fehlt nämlich zur Gänze - ein weiterer Sargnagel für die Serie. Man möchte sich so gesehen fast den Undertaker herbeiwünschen, um dem Ganzen wenigstens ein würdevolles Ende zu bereiten.

Fazit: Während sich die echte WWE immer wieder neu erfindet und etwa mit dem ehemaligen Torhüter Tim "The Machine" Wiese ungewöhnliche Charaktere aus dem Hut zaubert, verharrt "WWE 2K17" beharrlich auf der Stelle. Das kann auf der Dauer nicht gut gehen. Wenn weder aktuelle Änderungen in der WWE ihren Niederschlag finden, sich technisch wenig bis gar nichts tut und dann auch noch der Umfang reduziert wird, scheint der schleichende Niedergang fast unausweichlich. Dabei hätte "WWE 2K17" im Kern ausreichend Potenzial, um nicht nur die Hardcore-Fans anzusprechen.

Plattform: PS4 (getestet), Xbox One, PC, PS3, Xbox 360
Publisher: 2K Sports
krone.at-Wertung: 5/10

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