Mo, 12. November 2018

Drückend überlegen

17.06.2016 22:51

Spanien spaziert im Schongang zu 3:0 über Türkei!

"Überlegenheit" und "Spanien" stehen zwar wohl in keinem Wörterbuch der Welt in nachbarschaftlicher Nähe beisammen, mit ihrem Auftreten im EM-Duell mit der Türkei hat die Mannschaft aus Spanien den Begriff "Überlegenheit" allerdings praktisch neu definiert - was außerdem eine synonyme Verwendung rechtfertigt! Dominant wie noch keine andere Mannschaft bei der laufenden Fußball-Europameisterschaft in Frankreich ließ der Titelverteidiger geradezu hilflosen Türken nicht den Funken einer Chance auf einen Erfolg. Mit dem 3:0 nach Toren von Alvaro Morata (34., 48.) und Nolito (48.) war die Türkei sogar noch gut bedient - und Spanien erzielte damit als 1. Team bei der EM mehr als zwei Treffer!

Vor 62 Jahren hatte die Türkei zum bisher letzten Mal einen Sieg gegen Spanien feiern dürfen, seit einem 1:0-Erfolg in der Qualifikation zur WM 1954 muss man nun bereits darauf warten - und schon die Anfangsphase des bei der EM in Gruppe D eingeordneten Duells ließ wenig Hoffnung unter dem Halbmond aufkommen, dass sich am Warten etwas ändern könnte.

Die im Auftaktspiel gegen Kroatien spielerisch recht enttäuschenden Türken gingen zwar anfangs engagiert ans Werk und erzwangen auch eine rekordverdächtig frühe Gelbe Karte für Spanien-Kapitän Sergio Ramos (1./taktisches Foul), aber ziemlich schnell begann das Match wie auf einer schiefen Ebene in Richtung des von Volkan Babacan gehüteten türkischen Gehäuses zu rollen.

Spanien mit viel Ballbesitz, Türken offensiv schwach
Wie seit vielen, vielen Jahren gewohnt, beherrschte "La Roja" das Geschehen von der eigenen Tor-Outlinie bis an die gegnerische Strafraumgrenze - dann jedoch machte die zwischen einem 4-5-1 und einem 5-4-1 wechselnde Elf des legendären Türkei-Trainers Fatih Terim dicht - echte Chancen für Spanien blieben Mangelware. Morata (7.), Hakan Balta (11./per Kopf an die eigene Latte), Gerard Pique (12./Kopfball nach Eckball drüber) und Andres Iniesta (15./geblockter Schuss) sorgten zwar für erste Gefahrenmomente, großartig auf ihr Glück mussten die Türken vorerst aber nicht setzen. In ihrer Spielhälfte störten Arda Turan, Ozan Tufan und Co. zumeist früh und durchaus konsequent. In der Offensive hatte man aber nichts zu bieten, ein Konter versandete wegen einer Abseitsstellung von Burak Yilmaz (22.) und ein Freistoß von Leverkusen-Ass Hakan Calhanoglu (27.) ging weit drüber.

Morata und Nolito mit Doppelpack für Spanien
Ihre in diese "Druckphase" der Türken fallende schöpferische Pause beendeten die Spanier dann mit einem Energieanfall: Während Nolito (29., 32.) zunächst noch zweimal als Goalgetter "ausließ", wurde eine Flanke von ihm wenig später von Juve-Star Morata per Kopf zum 1:0 für Spanien verwertet (34.) - Türken-Verteidiger Mehmet Topal hatte sich da grob verschätzt! Drei Minuten später patzte Topal gleich noch einmal: Einen Klärungsversuch nach Fabregas-Schupfer verlängerte der Fenerbahce-Verteidiger zu Nolito, der dann problemlos das 2:0 erzielen konnte (37.). Die restlichen Minuten bis zum Pausenpfiff arteten dann zu einem Schaulaufen der Spanier aus, die - bejubelt von ihren zahlreichen Fans im Stadion von Nizza - teilweise Katz und Maus mit den Türken spielten. Zwei weitere Chancen durch Pique (44./Weitschuss daneben, 45./Kopfball) ließen sie allerdings aus.

Fehlentscheidung bringt Spanien 3:0 in Front
Spielhälfte zwei begann dann mit einem Paukenschlag - der im bisherigen Verlauf der EM wohl krassesten Schiedsrichter-Fehlentscheidung: Die spielfreudig sowie ballverliebt wie eh und je aus der Kabine gekommenen Spanier gingen sofort in den Angriff über und Iniesta hebelte die türkische Abwehrreihe mit einem Traumpass auf den im Abseits befindlichen Jordi Alba aus - dessen Zuspiel Morata in der Mitte zu seinem zweiten Tor des Abends und zum 3:0 für Spanien verwertete (48.). Bitter für die Türkei - wenngleich aufgrund des Leistungsunterschieds beider Mannschaften in Ergebnis-Hinsicht wohl nicht unverdient. Gleich im Anschluss (50.) lag dann das 4:0 für Spanien in der Luft, doch Morata köpfelte nach Iniesta-Vorlage daneben. Dass die Partie dennoch gelaufen war, sah man nun jedem einzelnen türkischen Spieler an - ein 0:3 gegen DIESE Spanier aufzuholen, das war unmöglich.

Spanien spielt Partie gegen Türken locker heim
Für einen ehrenvollen türkischen Abgang fehlten nun aber noch die Torchancen - und die beste für die Türkei lieferte wenig später Yilmaz (52.) nach: Nachdem er zwei Gegenspieler ausstiegen hatte lassen, verfehlte sein Schuss das Gehäuse allerdings doch noch klar. Trotzdem die beste Chance für die Türkei bisher! Offensivaktionen der Türken zeugten nun zwar kurzfristig von Mut, aber echte Gefahr erzeugten Yilmaz (53./Flanke), Turan (58./Schuss abgeblockt) auch nicht gerade. Die erzeugten noch immer eher die Spanier, obwohl sie zwei, drei Gänge zurückschalteten - Nolito (57.) und David Silva (60., 61.) rückten die Verhältnisse nach dem türkischen Zwischenspurt bald wieder zurecht. Allerdings: Damit ließen es die Spanier nun auch gut sein, gerade einmal der eingewechselte Bruno Soriano sorgte mit einem Weitschuss aus 20 Metern (69.) und einem weiteren Abschluss nach Nolito-Solo (89.) noch für etwas Aufregung.

Olcay Sahan hatte vor Sorianos zweiter Chance nach Ballglück das 1:3 am Fuß (89.), doch zum türkischen Auftritt an diesem Abend passte es, dass auch daraus nichts mehr werden sollte…

Das Ergebnis:
Spanien - Türkei 3:0 (2:0)
Nizza, Stade de Nice, 33.409 Zuschauer, SR Milorad Mazic (SRB)
Tore: 1:0 (34.) Morata, 2:0 (37.) Nolito, 3:0 (48.) Morata
Gelbe Karten: Ramos bzw. Tufan, Yilmaz
Spanien: De Gea - Juanfran, Pique, Ramos, Alba (81. Azpilicueta) - Fabregas (71. Koke), Busquets, Iniesta - Silva (64. Soriano), Morata, Nolito
Türkei: Babacan - Gönül, Topal, Balta, Erkin - Calhanoglu (46. Sahin), Tufan, Inan (70. Malli), Özyakup (62. Sahan), Turan - Yilmaz

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