10.08.2006 15:30 |

Mindestens 35 Tote

Attentäter zündet Bombe vor irakischer Moschee

Ein Selbstmordanschlag vor einem schiitischen Heiligtum in der südirakischen Stadt Najaf hat am Donnerstag mindestens 35 Menschen das Leben gekostet. Weitere 122 Menschen sind verletzt worden, wie die Behörden mitteilten. Der Attentäter hat die Bombe auf dem Großen Markt vor der Imam-Ali-Moschee gezündet, während Polizisten ihn nach Waffen abtasteten.

Der Marktplatz war zum Zeitpunkt des Anschlags voller Menschen. Unter den Toten sind laut Ithari auch fünf Polizisten und eine Frau aus dem Iran.

Eine zweite Bombe detonierte nach Angaben der Polizei in einem anderen Teil Najafs. Der Anschlag dort habe sich gegen einen US- Militärkonvoi gerichtet. Bei der Explosion wurde niemand verletzt.

Hussein angeblich in Anschlag verwickelt
Die Grabmoschee des Imams Ali zählt zu den höchsten Heiligtümern der Schiiten. Ali war der Schwiegersohn des Propheten Mohammed. Bereits seit Jahrhunderten ist der Ort Ziel von Pilgern und wird von den weltweit 120 Millionen Schiiten verehrt. Die schiitische Organisation Hawsa warf sunnitischen Anhängern des früheren Staatschefs Saddam Hussein vor, für den Anschlag verantwortlich zu sein.

Welle der Gewalt im Südirak
Najaf und die nahe gelegene Stadt Kut, in der sich ebenfalls bedeutende schiitische Heiligtümer befinden, waren schon mehrmals Ziel von Anschlägen. Erst am 18. Juli sprengte sich ein Selbstmordattentäter gegenüber einer Moschee in Kut mit seinem Fahrzeug in die Luft und riss 53 Menschen mit in den Tod.