Do, 16. August 2018

Größer als die Erde

14.04.2016 12:40

Sonde SDO erspäht herzförmigen Sonnenfleck

Mithilfe der Sonde "Solar Dynamics Observatory" (kurz SDO) haben Astronomen der US-Weltraumbehörde NASA einen riesigen Sonnenfleck erspäht, der die Form eines Herzens hat. Weil die Region namens AR 2529 (das AR steht für "aktive Region") ein Vielfaches größer als unsere Erde ist, kann sie - mit entspechendem Equipment - sogar von Hobby-Astronomen gesehen werden.

Größe und Anzahl der Sonnenflecken sind ein Indiz für die Aktivität unseres Zentralgestirns, die in einem circa elfjährigen Rhythmus schwankt. Sie entstehen durch lokale Magnetfelder, die das elektrisch geladene Plasma festhalten. In der Folge kühlt das heiße Gas um bis zu 1500 Grad Celsius ab und erscheint dadurch optisch etwas dunkler als die umgebende Atmosphäre.

Flecken für Sonnenstürme verantwortlich
Seit 2010 steigt die Aktivität der Sonne und damit die Zahl der "aktiven Regionen" (Sonnenflecken) wieder an. Die damit verbundenen starken Magnetfelder können große Gaswolken aus den Außenschichten der Sonne (Sonnenstürme) ins All schleudern. Diese sind elektrisch geladen und stören daher das Erdmagnetfeld, wenn sie den 150 Millionen Kilometer entfernten Planeten kreuzen. AR 2529 hat sich bis dato aber recht ruhig verhalten.

Der resultierende geomagnetische Sturm kann unterschiedlich stark ausfallen: Meist bleibt er unbemerkt, schwere Stürme können jedoch Satelliten, elektrische Anlagen, das Navigationssystem GPS und Funkverbindungen stören oder beschädigen. Für Menschen auf dem Erdboden ist das Phänomen nicht gefährlich. Für Passagiere in Langstreckenflügen kann sich in Extremfällen eine erhöhte Strahlenbelastung ergeben.

Im Februar 2010 ins Weltall gestartet
Die Sonde SDO ist am 11. Februar 2010 an Bord einer "Atlas V"-Rakete vom Weltraumzentrum Cape Canaveral in Florida aus ins All gestartet. Seit dem 30. März 2010 beobachtet das beim Start 3,1 Tonnen schwere NASA-Observatorium die Sonne und funkt seit mittlerweile sechs Jahren Bilder und Messdaten zur Erde. Die Astronomen interessieren sich dabei vor allem für die Frage, wie das Magnetfeld unseres Zentralgestirns den Rest des Sonnensystems - und damit auch unsere Erde - beeinflusst.

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