Mi, 15. August 2018

Spiel in Festung

20.11.2015 14:15

Real gegen Barca: Messi-Comeback beim Clasico?

Fußballfest in einer Festung: Beim Clasico zwischen den spanischen Topteams Real Madrid und FC Barcelona soll ein Rekordaufgebot von Polizisten die Sicherheit im Bernabeu-Stadion gewährleisten. "Es wird die größte Zahl an Sicherheitskräften im Einsatz sein, die es je bei einer Sportveranstaltung in Spanien gegeben hat", kündigte Staatssekretär Francisco Martinez an.

Aber nicht allein die Angst vor möglichen Terroranschlägen macht das Schlagerspiel am Samstag zu einem Clasico der besonderen Art. Anders als bei den vorigen Aufeinandertreffen von Real und Barca konnten die Superstars Cristiano Ronaldo und Lionel Messi im Vorfeld weder mit Torrekorden noch mit sonstigen Glanzleistungen aufwarten. Im Gegenteil: Die Schlüsselspieler geben ihren Fans Rätsel auf.

Comeback von Messi?
Messi hatte wegen einer Bänderverletzung im linken Knie knapp zwei Monate pausieren müssen. Seither arbeitete der Argentinier eisern daran, zum Clasico wieder fit zu sein. Er trainierte heimlich und abgeschirmt von der Öffentlichkeit - auch an den freien Tagen. Vor einer Woche kehrte er ins normale Mannschaftstraining zurück. Er wirkte völlig wiederhergestellt, ging in den Zweikämpfen aber noch keine Risiken ein.

Bei den Katalanen ging man davon aus, dass Messi im Bernabeu-Stadion sein Comeback feiern würde. Offen schien allerdings zu sein, ob er in der Startelf stehen oder in der Schlussphase eingewechselt wird. "Je länger Messi auf dem Platz steht, desto besser wird es für uns sein", meinte Kapitän Andres Iniesta.

"La Pulga" (der Floh) kann in Madrid ein Jubiläum feiern: Vor fast genau zehn Jahren bestritt er als 18-Jähriger im Bernabeu-Stadion seinen ersten Clasico. Seither erzielte er in 30 Spielen gegen Real die Rekordzahl von 21 Treffern. Reals Fußball-Legende Alfredo di Stefano brachte es in den Duellen der Erzrivalen auf 18 Tore, Raul und Cristiano Ronaldo kamen auf je 15.

Ronaldo zuletzt unzufrieden
Eine Art von Comeback wird am Samstag auch von Ronaldo erwartet. Dabei war der Real-Torjäger gar nicht verletzt. Er war in den vergangenen Wochen nur ein Schatten seiner selbst. Auf dem Platz wirkte der Portugiese enttäuscht und unzufrieden. Er wehrte sich auch nicht dagegen, dass in der Öffentlichkeit über einen möglichen Vereinswechsel spekuliert wurde.

Der 30-jährige kann es nach Medienberichten nicht verwinden, dass Gareth Bale zum neuen Superstar der Königlichen aufgebaut werden soll. "CR7" fühle sich dadurch zurückgesetzt, hieß es. Bisher allerdings konnte der Waliser, der Real eine Ablösesumme von rund 100 Millionen Euro gekostet hatte, nicht überzeugen. Auch Trainer Rafael Benitez gelang es nicht, Bale eine Schlüsselrolle zuzuordnen. Für den Coach, der im Sommer die Nachfolge von Carlo Ancelotti angetreten hatte, wird der Clasico zur ersten großen Bewährungsprobe. Eine Niederlage kann Real sich kaum leisten, denn die Madrilenen liegen drei Punkte hinter dem Tabellenführer Barca zurück.

Vor wenigen Tagen war darüber spekuliert worden, ob das Topspiel angesichts der Terrorgefahr überhaupt stattfinden kann. Die Regierung betonte jedoch, es lägen keine Anhaltspunkte vor, die eine Absage rechtfertigen würden. Mehr als 2.500 Polizisten und Mitarbeiter privater Sicherheitsdienste - doppelt so viele wie bei früheren Aufeinandertreffen - sollen drei Ringe um das Stadiongelände bilden. Die Fans wurden aufgefordert, keine Taschen und Rucksäcke mitzubringen. "Wir werden auch die Butterbrote genau kontrollieren", kündigte die Präfektin Concepcion Dancausa an.

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