19.10.2015 22:20 |

"Herz statt Hetze"

Tausende protestierten in Dresden gegen Pegida

Tausende Menschen haben sich am Montag in Dresden zu Protesten gegen den Aufmarsch der fremden- und islamfeindlichen Pegida-Bewegung versammelt. Zu einer Demonstration mit dem Titel "Herz statt Hetze" kamen nach Angaben der Studenteninitiative "Durchgezählt" etwa 2000 bis 2500 Menschen, insgesamt 15.000 bis 19.000 nahmen an vier Gegendemonstrationen teil. Zur Pegida-Kundgebung selbst kamen Schätzungen zufolge 15.000 bis 20.000 Anhänger.

Vier Gegendemonstrationen zogen am Montag aus verschiedenen Richtungen sternförmig in die Dresdener Altstadt, wo die wegen ihrer fremdenfeindlichen Parolen verstärkt in die Kritik geratene Pegida-Bewegung mit einer Kundgebung auf dem Theaterplatz das einjährige Bestehen ihrer sogenannten Abendspaziergänge beging.

Pegida-Gründer Lutz Bachmann und andere Redner machten mit teils äußerst aggressiven Äußerungen Stimmung gegen den Zuzug von Flüchtlingen. Ein Demonstrant führte ein Plakat mit einer Fotomontage von Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Nazi-ähnlichen Militäruniform mit sich (Bild unten).

Ein Pegida-Anhänger schwer verletzt
Laut einem Reporter der Deutschen Presse-Agentur standen sich beide Lager teilweise in Sicht- und Hörweite gegenüber. Die Polizei sprach von einer "emotionsgeladenen" Situation. Es seien auch Böller geflogen und es sei zu Rangeleien zwischen Pegida-Anhängern und Gegendemonstranten gekommen. Dabei wurde laut einem Bericht der "Sächsischen Zeitung" ein Mann, der auf dem Weg zur Pegida-Demo war, schwer verletzt. Der Vorfall ereignete sich laut Polizeiangaben, als die Beamten versuchten, die beiden Lager in der Altstadt zu trennen.

Trotz massiver Präsenz - laut Angaben von Sachsens Innenminister Markus Ulbig waren mehr als 1000 Beamte im Einsatz - hatte die Polizei Mühe, die Menschenmengen getrennt zu halten. Schwer geschützte Beamte führten Pegida-Anhänger am Landtag entlang an der Elbe aus dem Zentrum hinaus. Wasserwerfer waren aufgefahren, kamen aber nicht zum Einsatz.

Polizisten mit Böllern beworfen
Beim Abzug von Pegida-Anhängern kam es nach der Kundgebung zu weiteren Zwischenfällen. Als die Exekutive versuchte, eine Demonstration von Pegida-Gegnern zurückzudrängen, wurde sie von hinten mit Pyrotechnik angegriffen, wie ein dpa-Reporter beobachtete. Es seien mehrere Böller auf die Polizisten geworfen worden, verletzte wurde offenbar niemand.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Freitag, 28. Februar 2020
Wetter Symbol

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.