Er galt im Organisationskomitee bis zu seinem Ausscheiden wegen anderer Beraterverträge als umtriebiger Macher hinter den Kulissen.
Außenminister fordert Klärung
Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat schnelle Aufklärung zu den Bestechungsvorwürfen in Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball-WM 2006 an Deutschland verlangt. Bei einem Besuch im Iran sagte Steinmeier am Samstag, er könne dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) "nur raten, jetzt schnellstmöglich Untersuchungen einzuleiten und die offenen Fragen zu klären".
"Das ist im Interesse des Sports und des Fußballs. Aber das ist auch unser gemeinsames Interesse, dass da nichts hängen bleibt", meinte Steinmeier.
Geld von Adidas-Chef geliehen
Nach Informationen des "Spiegel" soll der damalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus dem damaligen Bewerbungskomitee 13 Millionen Mark als Privatmann geliehen haben. Das Geld ist dem Bericht zufolge eingesetzt worden, um die vier Stimmen der asiatischen Vertreter im FIFA-Exekutivkomitee für sich zu gewinnen.
Zusammen mit den europäischen Vertretern war Deutschland auf zwölf Stimmen gekommen. Auf Mitkonkurrent Südafrika entfielen damals elf Stimmen. Der Neuseeländer Charles Dempsey hatte sich enthalten. Louis-Dreyfus starb im Jahr 2009. Adidas gab zunächst keine Stellungnahme ab.
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Louis-Dreyfus soll laut "Spiegel" das Geld eineinhalb Jahre vor der WM zurückgefordert haben. Im April seien daraufhin 6,7 Millionen Euro an die FIFA für ein angebliches Kulturprogramm und von dort an Louis-Dreyfus gezahlt worden. Franz Beckenbauer, Chef des Bewerbungskomitees, und Wolfgang Niersbach, heutiger DFB-Präsident, sowie andere hochrangige Fußballfunktionäre seien eingeweiht gewesen.
Auch DFB-Präsident Niersbach dementiert heftig
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat den "Spiegel"-Bericht als haltlos zurückgewiesen. Die Schlussfolgerungen des Nachrichtenmagazins seien durch keinerlei Fakten belegt, hieß es in einer Mitteilung des nationalen Verbandes vom Freitagabend.
DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe der Fußball-WM 2006 in Deutschland energisch bestritten. "Ich kann versichern, dass es im Zusammenhang mit der Bewerbung und Vergabe der WM 2006 definitiv keine Schwarzen Kassen beim DFB, dem Bewerbungskomitee noch dem späteren Organisationskomitee gegeben hat", sagte Niersbach am Samstag
Er wies damit die in einem Artikel des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" erhobenen Vorwürfe zurück. Es habe auch keinen Stimmenkauf gegeben, versicherte Niersbach in einem Interview auf der Verbandsseite und betonte: "Nochmal: die WM war nicht gekauft."
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