Fr, 17. August 2018

Tetron-Prozess

24.06.2015 16:09

Mensdorff-Pouilly: "Übers Honorar redet man nicht"

Es geht – vermutlich – um Bestechung, nur redet keiner davon: Das könnte das Motto des aktuellen Telekom-Prozesses sein. Deshalb wird gerätselt, wofür die Firma 1,1 Millionen Euro an den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly ausgezahlt hat. Für die Frage nach dem Verwendungszweck des Geldes gibt es viele Antworten.

Staatsanwalt Volker Sackmann vermutet, dass 2003 von der Telekom 1,1 Millionen Schmiergelder an Mitarbeiter des Innenministeriums ausbezahlt wurden. Und zwar für den Auftrag beim neuen Blaulichtfunk. Die Ermittlungen sind noch im Laufen, versichert der Ankläger. Bislang beweisen kann er die Bestechung nicht. Bleibt als Vorwurf der der Untreue: Der nun angeklagte Ex-Telekom-Vorstand Rudolf Fischer hat das Geld ausgezahlt, Lobbyist "Graf Ali" hat es übernommen – mit unklarem Zweck, so Sackmann.

Fischer bestreitet Bestechung
Ex-Vorstand Fischer, der bereits – nicht rechtskräftig – zu mehrjähriger Haft verurteilt worden ist, bestreitet dann alles: vor allem die Bestechung. Dann folgt seine Version des Geldflusses: Am Konsortium für den Blaulichtfunk waren Motorola, Alcatel und Telekom beteiligt. Telekom wollte, so Fischer, zwar Ware liefern, aber Haftungen vermeiden. Dies Motorola zu vermitteln, sei Mensdorffs Aufgabe gewesen. "Warum wurde Mensdorff erst 2008 bezahlt?", fragt Richter Michael Tolstiuk. Fischer: "Wenn ich 2003 einen Vertrag mit Mensdorff gemacht hätte, hätte ich gleich gehen können. Telekom war eine rote Firma und Mensdorff..."

"Übers Honorar redet man nicht"
Dieser bestätigt dann, dass er für die Telekom bei Motorola sehr erfolgreich lobbyiert hat. Auch in Osteuropa will er tätig gewesen sein. Und dann zur Frage des Honorars meint der Lobbyist: "Dass das ein bis drei Prozent vom Auftragsvolumen kosten kann, ist klar. Aber darüber redet man nicht..." Nur von Bestechung will er nichts wissen. Fortgesetzt wird die Verhandlung am Donnerstag.

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