10.06.2015 09:33 |

"Krone"-Ombudsfrau

Angesägter Baum trifft Auto: Versicherung lehnt ab

Wenn es um die Ablehnung einer Leistung geht, sind Versicherungen nicht um kreative Begründungen verlegen. Fast eine Sauerei ist aber, dass eine Steirerin übrig bleibt, nachdem ein 35 Meter hoher Baum auf ihr Auto gefallen ist, den ein Unbekannter angesägt hatte! Dieser Jemand hätte nicht mit Absicht ihr Auto treffen wollen, argumentiert ihre Kaskoversicherung...

Man will sich gar nicht ausmalen, was alles hätte passieren können, und Angela L. ist mehr als dankbar, dass ihre Tochter und deren Freund den Vorfall im heurigen Jänner unbeschadet überstanden haben. Die beiden jungen Leute waren mit dem Auto der Mutter auf einer Gemeindestraße durch ein Waldstück unterwegs, als ein Baum auf das Fahrzeug stürzte. Die Polizei fand heraus, dass ein Unbekannter die 35 Meter hohe Föhre angesägt hatte. Seither wird wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und vorsätzlicher Sachbeschädigung ermittelt. Der Täter konnte aber noch nicht ausgeforscht werden.

"Da mein Auto teilkaskoversichert ist, habe ich den Schaden meiner Versicherung gemeldet", erklärt Frau L. Doch sie wurde bitter enttäuscht. Die Versicherung lehnte den Schaden ab, da es sich nicht um Vandalismus handeln würde. Deshalb muss die Steirerin selbst für den Totalschaden an ihrem Auto aufkommen. Der Ombudsfrau gegenüber hat die Wiener Städtische Versicherung bestätigt, dass die Ablehnung zu Recht bestünde. Aus den behördlichen Unterlagen gehe nicht hervor, dass der Täter den Vorsatz hatte, genau das zufällig vorbeifahrende Auto von Frau L. zu beschädigen. Dies wäre aber Bedingung für eine Leistung aus der Kaskoversicherung wegen Vandalismus. Der Vorsatz beziehe sich in diesem Fall lediglich auf die Beschädigung des Baumes.

Wäre die Föhre durch einen Sturm oder durch Blitzschlag gefällt worden, wäre der Schaden vermutlich gedeckt gewesen. Geht’s eigentlich noch absurder?

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