Nur ein Wort störte den Teamchef nach dem Heimsieg gegen den Kosovo. Mit der Leistung seiner Mannschaft war Ralf Rangnick indes zufrieden …
„Dieses Wort gefällt mir eigentlich nicht, besonders als Sprachwissenschaftler“, spielte Ralf Rangnick auf seine Studienzeit in Stuttgart an, wo er neben Sportwissenschaften auch Sprachwissenschaft (Englisch) studierte. „Umbruch“ war’s, was der Deutsche nicht hören wollte. „Weil es logisch ist, dass andere spielen, wenn jemand fehlt.“
Und die machten ihre Sache richtig gut. „Es war klar, dass wir mehr Energie brauchen als der Gegner, wir haben dadurch dominiert und kontrolliert.“ Auch, weil Kapitän Xaver Schlager im Mittelfeld geschickt die Fäden zog, viele Zweikämpfe gewann, nach hinten absicherte, vor dem 2:0 über den halben Platz marschierte und das Tor mit dem Pass in die Tiefe auf Wimmer perfekt einleitete: „Xaver war schon gegen Israel gut, hat gegen den Kosovo nochmals einen draufgesetzt. So hätten wir ihn natürlich auch bei der WM gebraucht“, analysierte der Teamchef.
Sieger müssen kontern
Dessen große Castingshow mit vielen neuen Gesichtern aufgeht, in deutsche Dimensionen eines Jürgen Klopp wollte er dennoch nie vorstoßen: „Bei aller Fantasie hätten wir uns in Österreich mit 44 Mann doch eher schwergetan.“ Das Umschaltspiel hob der 68-Jährige nach dem 3:1 nochmals explizit hervor: „Wir waren gefährlich im Konter, hatten mit Wimmer und später Chukwuemeka richtig Speed. Ich habe meinen Mannschaften schon vor 35, 40 Jahren gesagt, dass der gewinnt, der gut kontert.“
Das zweite Schlüsselwort des Lehrgangs mit vier Partien binnen elf Tagen bleibt „Energielevel“. Schon im Training musste es ordentlich scheppern, „das haben wir auch im Spiel geschafft. Wenn wir auf diesem Level weitertrainieren und weiterspielen, ist es nicht so angenehm, gegen uns zu spielen.“
Die ersten Super-Computer rechnen schon nach zwei von sechs Spieltagen – nach dem perfekten Start stehen Österreichs Chancen auf Platz eins und den Aufstieg in die A-Liga bei 72 Prozent.
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